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im Jelzin sendet SOS-Ruf gen Westen

Regierung und Finanziers bildeten Krisenrat

In einem eindringlichen Appell hat der russische Präsident Boris Jelzin den Westen am Freitag zu Hilfe bei der Überwindung der schweren Finanzkrise des Landes aufgerufen.

Moskau (dpa/ND). »Die Erklärungen der Führer der größten Länder der Welt zur Wirtschafts- und Finanzlage in Rußland sind ausschlaggebend für alle Investoren und Banken weltweit«, sagte Jelzin. Er gestand ein, daß der Rubel stark unter Druck steht. Die Regierung und die führenden Finanziers des Landes bildeten einen Krisenrat, der die Führung beraten soll. Jelzin bat die Staats- und Regierungschefs der USA, Deutschlands und

Frankreichs um Hilfe. In Kostroma bei Moskau sagte der Präsident: »Der Rubel hält, aber nur knapp«.

Rußland benötige vom Westen vor allem »moralische und nicht materielle Unterstützung«, so Jelzin. Moskau hofft jedoch auf einen Sonderkredit des Internationalen Währungsfonds von 10 bis 15 Milliarden Dollar. Zu entsprechenden Verhandlungen wird am Montag eine IWF-Delegation erwartet.

Das Parlament beschloß am Freitag mit 311 gegen 5 Stimmen die Einsetzung einer Kommission, die Anschuldigungen der Opposition im Zusammenhang mit einem Amtsenthebungsverfahren gegen Jelzin prüfen soll. Das Verfahren hat allerdings wegen außerordentlich hoher juristischer Hürden kaum eine Chance.

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