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Schilys Bier bei Blumberg

Kanther machte Wahlkampf: Für 53 Millionen Mark näher am Einsatzziel BGS-Flieger Von Rene Heilig

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Unter den Eröffnungsgästen sah man auch Berliner SEK-Polizei

Foto; dpa

Die Gefährdung, die von illegalen Grenzübertritten ausgeht, sei beträchtlich, sagte Noch-Innenminister Manfred Kanther. Er übergab der BGS-Fliegerstaffel Ost einen Stützpunkt »für ihren Dienst zur Sicherheit des Vaterlandes«.

Dank an Herrn..., Frau..., Firma... Musik, Hymne, Gottessegen. Sekt, Büffet. Wahlkampf im Hangar Seit Wochenbeginn hat die Fliegerstaffel Ost des Bundesgrenzschutzes einen neuen Stützpunkt. In Blumberg bei Berlin. Für 105 Beamte mit Schwingen an grünen Uniformen werden die »Arbeits- und Lebensbedingungen weiter beträchtlich verbessert«. Das sprach der Landesbauamtschef aus Strausberg. Diese Erfolgsfloskel wird einigen »Grenzern« irgendwie vertraut geklungen haben. Der BGS hat - wie ihr Bonner Chef betonte - 19 Hubschrauberführer, 18 Bord- und 12 weitere Mechaniker sowie 17 sonstige Funktionsträger« der DDR-Grenztruppen übernommen.

Auch wenn das schon vor acht Jahren war - derzeit ist alles wichtig, was östlich der Elbe blühenden Gärten entspricht. Kanthers Ministerium hat fleißig gegossen. Zwischen 1991 und 1998 verbaute allein der BGS 321 Millionen Mark in den neuen Ländern. Das sind 40 Prozent der dafür bereitgestellten Mittel. Nur für den Blumberger Heli-Stützpunkt waren 58,5 Millionen Mark veranschlagt. Durch kluges Wirtschaften der überwiegend einheimischen Firmen konnten 5,5 Millionen Mark eingespart werden.

Klingt viel, ist wenig. Der 99er spargetrimmte Haushaltsentwurf des Bundes offeriert dem BGS 3,18 Milliarden Mark.

Das sind immerhin 102 Millionen Mark mehr als in diesem Jahr. »Innere Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif.« Kanther klang energisch.

Hauptaufgabe der Ost-Staffel ist die Überwachung von 383,4 km Grenze zu Polen und 453,9 km Grenze zu Tschechien. Die, so sagte der Minister unlängst auf der Schengen-Konferenz, sei vorbildlich. Seit Oktober 1990 waren die Maschinen der Ost-Staffel - einer von fünf -44 000 Stunden in der Luft. Ihr Umzug vom Flughafen Tempelhof nach Blumberg befreit nicht nur von lästigen Flugsicherungsanweisungen. Er verkürzt die Anflugzeit zum und verlängert die Einsatzzeit im Operationsgebiet. Man er-

wartet neue Technik und munkelt was von »Flüsterhubschraubern«. Auf jeden Fall, so BGS-»Chefpilot« Reinhard Praus, »werden wir Tag und Nacht allwetterflugtauglich sein«.

Als Kanther in Blumberg sagte, er hoffe, daß die BGS-Hubschrauber nicht oft in die nahe Hauptstadt gerufen werden, dachte er vermutlich an »Chaoten« und andere »Krawallmacher«. Nicht an die immer »flugwütigere« Parlaments- und Regierungsprominenz. Die bucht nicht nur Bundeswehr, sondern zunehmend auch BGS-VIP-Transport. Doch das ist dann - wie ein Koch, der Blumberger Eröffhungs-VIP's Süppchen reichte - prophetisch bemerkte, »Schilys Bier«.

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