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Jelzin kein Thema

Primakow: »Wir verstehen Unzufriedenheit der Menschen«

Moskau (dpa/ND). Einen Tag nach den landesweiten Protesten gegen die Wirtschaftskrise und die russische Führung hat Präsident Boris Jelzin Rücktrittsforderungen indirekt zurückgewiesen. Bei der Vorstellung neu ernannter Armeeund Geheimdienstoffiziere betonte Jelzin am Donnerstag, daß das Militär weiter dem Staatschef unterstehe. »Und das wird nach wie vor, zumindest solange ich hier bin, bis zürn Jahr 2000, so sein«, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Interfax.

Jelzin versprach, daß die Schulden an die Armee vollständig beglichen würden. Auch unter den Bedingungen der Wirtschaftskrise dürfe nicht bei der Sicherheit Rußlands gespart werden, sagte er

Zuvor hatte der kommunistische Duma-Vorsitzende Gennadi Selesnjow eine Vertrauensabstimmung über Jelzin vorgeschlagen. Selesnjow schloß eine eigene Kandidatur für das Präsidentenamt im Jahr 2000 nicht aus.

Ministerpräsident Jewgeni Primakow äußerte am Donnerstag Verständnis für die Erbitterung der Bevölkerung mit der sozialen Lage. »Wir verstehen die Unzufriedenheit der Menschen, die Härten ertragen müssen, die sich in den vergangenen Jahren aufgebaut haben«, zitierte Interfax den Regierungschef bei der Eröffnung einer Kabinettssitzung. Primakow wollte sich mit Vertretern der Gewerkschaften zu Gesprächen über einen Ausweg aus der Krise treffen.

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