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Einheitliches Öko-Siegel

Vielzahl der Güte-Zeichen wird vorerst aber nicht reduziert Lebensmittel Von Andreas Greiner

Nach jahrelangen Verhandlungen ist der Weg jetzt frei für ein einheitliches Gütesiegel für Lebensmittel aus biologischem Anbau.

Auf der Grünen Woche in Berlin unterzeichneten die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) und die Centrale Marketing Agentur der deutschen Agrarwirtschaft mbh (CMA) den entscheidenden Kooperationsvertrag, der den ökologischen Landbau durch das einheitliche Öko-Prüfzeichen fördern soll. Das neue Öko-Siegel wird nur an solche Produkte vergeben,

die nachgewiesenermaßen aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Die langjährig bewährten Richtlinien der AGÖL liegen dem Prüfzeichen zugrunde. Es soll den Verbrauchern die Orientierung erleichtern und den Umsätzen von Ökowaren neuen Schub geben. Gestalterisch handelt es sich bei dem Zeichen um eine Weiterentwicklung des Sächsischen Öko-Punktes.

Die Verbraucherinnen und Verbraucher werden das neue Öko-Siegel allerdings frühestens ab Spätsommer oder Herbst 1999 in den Regalen finden. Der Handel benötigt diese Zeit, um sich bei den Verpackungen umzustellen. So positiv dieser Durchbruch von vielen Branchenkennern gewertet wird, so unterschiedlich zeigen sich nach wie vor die

Interessen, die mit der Einführung des Prüfzeichens verbunden sind. Eine Folge davon: Das. neue wird zusätzlich zu den bereits am Markt vorhandenen Zeichen verwandt. Verbände wie Bioland, Demeter, Naturland oder Ecovin werden auch weiterhin eigene Zeichen vergeben. Denn Biolandwirte, die ab Hof oder auf Wochenmärkten ihre Ware verkaufen, werden kaum dafür zu gewinnen sein, für das neue Öko-Siegel die vorgesehene Lizenzgebühr zu entrichten. Sie stehen durch ihre eigene Person und durch ihre Mitgliedschaft in einem der Öko-Anbauverbände für die Qualität der Produkte.

Anders die Lage im Lebensmitteleinzelhandel: Dort besteht ein größeres Interesse, den Konsumenten durch ein einheitliches und professionell kommuni-

ziertes Gütesiegel die Öko-Produkte schmackhaft zu machen, ohne sich dabei auf die Kooperation mit einem bestimmten Anbauverband festzulegen. Wie sich der Naturkostfachhandel hier einordnen wird, bleibt eine spannende Frage, von der viel für den Erfolg des neuen Zeichens abhängen wird.

In jedem Fall wird es aufgrund der breiten Palette von mehreren tausend Öko-Produkten und der Vielzahl der Öko-Verarbeitungsbetriebe am Markt einige Zeit dauern, bis die Lizenzverträge mit den Zeichennutzern geschlossen sind und die Hersteller auf allen Verpackungen das runde Zeichen aufgedruckt haben. Um das neue Gütezeichen bekannt zu machen, ist eine Werbekampagne vorgesehen. Die CMA steuert dafür und für den Strukturaufbau eine Anschubfinanzierung von fünf Millionen Mark bei, die aus Mitteln des Absatzfonds stammen in den auch die Öko-Landwirte gesetzlich festgelegte Abgaben zahlen. Von Länderseite sollen diese Mittel ergänzt werden. Zugesagt hat bereits Sachsen.

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