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von mehr Dächern

Neue Kampagne für Solarthermie Von Michael Franken

Sonnenenergie für Warmwasser und als Zusatzheizung zu nutzen, liegt voll im grünen Trend. Mit der bundesweiten Kampagne »Solar-na klar!« sollen die Verbraucher zur verstärkten Nutzung von Solarwärme motiviert werden.

Maximilian Gege ist ein kühl rechnender Öko-Stratege. Der Chef des Arbeitskreises für Umweltbewußtes Management B.A.U.M. in Hamburg ist der Vordenker der »Solarkampagne 2000«. Für Gege steht fest: »Mit unserer Initiative werden wir neue Jobs schaffen und einen wirkungsvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten.« Davon ist Bundeswirtschaftsminister Werner Müller scheinbar auch überzeugt. Gestern läutete der oberste Wirtschaftslenker auf der Internationalen Leitmesse für Haus- und Gebäudetechnik (ISH) die Kampagne »Solar - na klar« ein. Mit dieser Aktion sollen

im Rahmen der von Gege bereits angeschobenen Solarkampagne 2000 in den nächsten drei Jahren 1,2 Millionen Quadratmeter Kollektorfläche geschaffen werden. Erstmals rühren hier private Organisationen wie B.A.U.M. und der Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima (ZVSH) gemeinsam die Werbetrommel.

Die Kampagne hat nichts mit dem 100 000-Dächerprogramm zu tun, mit dem die Stromgewinnung aus der Sonne gefördert werden soll. »Die Brauchwassererwärmung aus Sonnenkollektoren, die kleinere Schwester der Photovoltaik, ist ein noch größerer Wachstumsmarkt«, glaubt Jens Wischmann, Sprecher des ZVSH. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat sich der Solarthermie-Markt rasant entwickelt. Die Steigerungsraten lagen seit 1996 bei 25 Prozent im Jahresschnitt. Im vorigen Jahr ließen sich Deutschlands Hausbesitzer fast 450 000 Quadratmeter Dachfläche mit Sonnenkollektoren zupflastern. 800 Millionen Quadratmeter solargeeignete Dachflächen stehen hierzulande zur Verfügung. Es können nahezu 400mal soviel Kollek-

toren installiert werden, wie dies bisher geschah. Bis zum Ende 2000 soll die installierte Gesamtfläche von heute drei auf sieben Millionen Quadratmeter erhöht werden. »Das sind nur vorsichtige Schätzungen«, erklärt Gege. Nach Berechnungen der Initiatoren aus der Hansestadt könnten bis 2010 fast 100 000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, wenn der »Solar«-Kampagnen-Funke so richtig zündet. Kommt die Solarthermie in Schwung, hofft der ZVSH in den nächsten fünf Jahren auf ein Umsatzvolumen von vier Milliarden Mark - und zwar pro Jahr Davon könnten die etwa 56 000 Handwerksbetriebe mit rund einer halben Million Beschäftigen profitieren. Die Voraussetzungen für einen steilen Aufwärtstrend sind gut. Die Produkte stecken nicht mehr in den Kinderschuhen, sie sind ausgereift. Derzeit kostet eine thermische Solaranlage zwischen 1500 und 2000 Mark pro Quadratmeter Also allenfalls ein Zehntel einer Photovoltaikanlage. Übers Jahr gerechnet ergibt sich ein Solaranteil bei der Trinkwassererwärmung von etwa 60 Prozent. Solaranlagen, die auch die Raumheizung unterstützen, können bei gut gedämmten Häusern bis zu 25 Prozent des Gesamtwärmebedarfs für Trinkwasser und Heizung decken. Maximilian Gege ist optimistisch. In Deutschland müssen in den nächsten Jahren rund fünf Millionen Heizkessel erneuert werden. Der Trend gehe eindeutig hin zum »solaren Sanieren«, also hin zur Umrüstung inklusive Solaranlage.

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