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Grass sorgt für Kontroversen

»Es war höchste Zeit, dort einzugreifen«so rechtfertigte der Schriftsteller Günter Grass den NATO-Einsatz in Serbien

Foto: dpa

Man müsse die Unterschiede zum Golfkrieg sehen, erklärte Günter Grass in einem dpa-Gespräch seine zustimmende Haltung zu den NATO-Lufteinsätzen. »Hier liegt etwas vor, was schon als Krieg läuft - der Krieg Serbiens gegen die Albaner, seitdem gibt es diesen Terror.« Grass warf dem Westen vor, zu lange, fast ein Jahrzehnt dem Massenmord auf dem Balkan zugesehen zu haben. Auch trage Deutschland eine Mitverantwortung an der jetzigen Entwicklung durch die frühzeitige Anerken-

nung von Kroatien und Slowenien.

Grass äußerte Respekt vor jedem konsequenten Pazifisten fügte aber hinzu, daß er kein solcher sei. »Ich bin der Meinung, daß es richtig gewesen wäre, 1938 von selten des Westens vor Hitlers Drohungen nicht einzuknicken und die Zerschlagung der Tschechoslowakei nicht zuzulassen. Ein Krieg im Jahr 1938 hätte wahrscheinlich zur Folge gehabt, daß die zu diesem Zeitpunkt noch nicht hochgerüstete Wehrmacht zerschlagen worden wäre.« Daraus seien heute auch Lehren zu ziehen.

Eine Meinung, die inzwischen für heftigsten Widerspruch sorgt. Zwei zornige Reaktionen aus Belgrad - einen Offenen Brief von Slobodan Rakitic, abgedruckt am Mittwoch in der TAZ, und ein Gespräch mit Benslav Kosier - werden hier in Auszügen veröffentlicht. Interessant wäre ein Kommentar von Günter Grass dazu gewesen. Doch der Schriftsteller befindet sich seit mehreren Tagen auf einem Übersetzertreffen in Göttingen und ist nach Auskunft aus seinem Lübecker Büro für Journalisten dort nicht erreichbar

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