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Manager gehen in 15 gefährdete Kieze

Senatsprogramm für drei Jahre aufgelegt Von Klaus Joachim Herrmann

Ein vom Senat beschlossenes Aktionsprogramm zur Entschärfung sozialer Konflikte in 15 »besonders belasteten Stadtquartieren« stellten gestern die Senatoren Beate Hübner (CDU, Gesundheit), Jürgen Kiemann (CDU, Bauen, Wohnen, Verkehr) und Peter Strieder (SPD, Stadtentwicklung) als »gesamtstädtische Strategie« vor. Danach sollen zunächst als Pilotprojekt für drei Jahre »Quartiersmanager« eingesetzt werden. Deren Büros sind als Anlaufstelle für Bürger mit Sorgen und Nöten sowie als Zentrale im Kiez vorgesehen, in der vorhandene Ressourcen gebündelt und neue Vorhaben angeregt werden.

Neben Senatsmitteln in Höhe von 18 Millionen Mark wurden weitere Zuwendungen in Millionenhöhe angekündigt. Für Sofortmaßnahmen stünden 30 000 Mark pro Wohngebiet bereit, informierten die Senatoren. Die Quartiersmanager

sollen bei der Zusammenführung unterschiedlicher Interessen zu einem gemeinsamen Konzept für den Kiez helfen und die Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen, Unternehmen und Wohnungsbaugesellschaften fördern.

Ausdrücklich nennt das Programm solche Themenbereiche wie soziale und ethnische Integration, öffentliche Sicherheit, Wohnen und Wohnumfeld, Qualität der sozialen Infrastruktur und die kommunale Arbeitspolitik. Denn in den ausgewählten Gebieten werden häufig überdurchschnittlich viele Arbeitslose und Ausländeranteile von zum Teil bis zu 40 Prozent verzeichnet.

Laut Kiemann wolle man Tendenzen zur »Verslumung« bremsen. Kein Kiez werde abgeschrieben oder allein gelassen. Doch städtebauliche Maßnahmen allein reichten nicht aus, um auch einkommensstarke Familien an ihr Wohngebiet zu binden. Wenn diese jedoch wegzögen, würden einkommensschwache Familien nachziehen und damit die Pro-

bleme weiter zunehmen. Bis Juli soll eine zweite Stufe des Aktionsprogramms vorgelegt werden.

Als eine Schlußfolgerung aus dem Sozialstrukturatlas und den Innenstadtkonferenzen bezeichnete Beate Hübner das Programm. Dessen Aufgaben könnten nur im Zusammenwirken mehrerer Ressorts gelöst werden. Die Verbesserung der sozialen Situation und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit hob Strieder hervor Zudem wolle man die Bürger ermutigen, die »Zukunft des Kiezes selbst in die Hand zu nehmen«.

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