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Im Gefilde des Herrn Wichmann

Bundestagswahlkreis 57: Uckermark und Barnim I

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

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Wenn Henryk Wichmann in Berlin ein Sportgeschäft an der Schönhauser Allee besucht oder auf dem Boxhagener Platz ein Glas Orangensaft trinkt, dann drehen sich zuweilen Leute nach ihm um.
Dass in den Szenevierteln von Friedrichshain und Prenzlauer Berg mit ihrem starken linken Milieu ausgerechnet ein CDU-Gewächs aus der Uckermark einen gewissen Kultstatus genießt, dafür ist Andreas Dresens Film »Herr Wichmann von der CDU« verantwortlich. Der Regisseur heftete sich im Bundestagswahlkampf 2002 an Wichmanns Fersen und drehte einen traurig-komischen Streifen.
Doch wer auf eine Fortsetzung hoffte, dem machte Kanzler Gerhard Schröder (SPD) mit den vorgezogenen Neuwahlen einen Strich durch die Rechnung. Nächstes Jahr wäre Wichmann wieder angetreten. Aber dieses Jahr konzentriert er sich lieber darauf, sein Jura-Studium in Berlin abzuschließen. Einen Wahlkampf gegen Markus Meckel (SPD), der sicher wieder mit einer Niederlage geendet hätte, sparte er sich. Als Ersatzmann schickt die CDU Jens Koeppen.
Wer ist Jens Koeppen? Ein Antennentechniker, der seine eigene Firma in Schwedt leitet und der gern Urlaub macht. Wer tut das nicht? Koeppen legte 1989 beim »Neuen Forum« los und landete 1997 in der CDU. Na gut, dort brachte er es zum Kreisvorsitzenden, zum Chef der Kreistagsfraktion, zum Landesvorständler. Aber halt nicht zum Filmstar wie Herr Wichmann von der CDU oder wenigstens mal zum DDR-Außenminister wie Herr Meckel von der SPD.
Trotzdem darf Koeppen auf einen Sitz im Bundestag hoffen. Er steht auf Platz 4 der Landesliste, und das ist gar nicht so schlecht. Meckel, der bei den vergangenen Bundestagswahlen immer auf Listenplatz 2 stand, bekam diesmal nur Platz 9.
Der kräftige Aufwind für die Linkspartei könnte indessen die Landtagsabgeordnete Irene Wolff-Molorciuc ins Reichstagsgebäude tragen - indem sie Meckel das Direktmandat wegschnappt oder über die Landesliste ihrer Partei, auf der sie Platz 7 einnimmt. Beides ist nicht ausgeschlossen. Damit Wolff-Molorciuc per Liste ins Parlament einziehen kann, müssten die märkischen Sozialisten allerdings mindestens 35 Prozent erhalten. In Umfragen liegen sie derzeit bei 28 Prozent. Wolff-Molorciuc ist Landesvorsitzende der Volkssolidarität. Sollte sie den Sprung ins Parlament schaffen, dann will sie sich dort für »Rentengerechtigkeit« einsetzen, »weil die Menschenwürde auch im Alter gewahrt bleiben muss«. Nullrunden, Kürzungen und eine höhere Altersgrenze für die Rente lehnt sie ab.
Bei den Zweitstimmen war die PDS bei vergangenen Bundestagswahlen im Nordosten der Mark jeweils einige Prozent besser als im Landesdurchschnitt, aber Roy Weiss (2002) und Gudrun Remeika (1998) lagen 29 bzw. 36 Prozent hinter Meckel und immer auch knapp hinter den CDU-Bewerbern.

morgen: Wahlkreis 58 (Oberhavel, Havelland II)

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