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  • Politik
  • Michael Szameit: »Copyworld«

Beste Science-Fiction

Die Handlung rasant, die Botschaft zutiefst menschlich - der neue Roman »Copyworld« ist Science-Fiction vom Feinsten. In einer vielleicht nicht ganz so fernen Zukunft existiert nur ein Staat - die DTEA (Demokratische Terranische Einheitsassoziation) - auf einer Erde ohne Rohstoffe. Ein Giga-Computer, der die ganze Welt umspannt, und der eine virtuelle Welt erzeugt, soll den Menschen ein elektronisches Himmelreich erschaffen, in dem sie auf dem Wege der »Digitalisierung« Unsterblichkeit und Erfüllung all ihrer Sehnsüchte finden sollen.

Eine tolle Sache, meint man, wenn man die Welt Seemark kennen lernt, : Das,istdec zweite, der Fantasy-Strang des Romans. Seemark ist die Welt des Erfinders“ von * Copyworld, in der er als jugendlicher Held für Freiheit und Fortschritt kämpft. In der wirklichen Welt, dem SF-Strang, wird der Protagonist Hyazinth in der Hauptstadt Weitenstein auf zukünftige Führungsaufgaben gedrillt. Aber ein dunkles Geheimnis umgibt ihn und Copyworld. Dieses Geheimnis, seine Aufklärung und die Seemark-Welt hängen zusammen. Wie, das ist die spannende Lösung des Romans.

»Copyworld« ist ein Roman, den man zwei Mal lesen muss - nicht, weil er so schwer zu verdauen ist, ganz im Gegenteil: Wer puren Lesespaß sucht, wird voll zufrieden gestellt. Aber oft ist die Handlung fast schmerzhaft rasant, so dass man gar nicht die Zeit findet, die vielen humanistischen Bezüge zu erkennen. Leider konnte sich Michael Szameit nämlich einige Ballerszenen nicht verkneifen, die zwar organischer Bestandteil der Handlung sind, letztlich aber den hohen humanistischen Anspruch des Leitmotivs unangemessen relativieren. Aber vielleicht muss man heutzutage mit Laserblitzen, oder »primordialen Schwarzen Löchern« um sich werfen, damit die Buchhändler das Werk ins Schaufenster stellen. „ »Coppvorld« .wurde von den,.Juroren des Laßwitz-Preises und des Liferaturpreises 1 “ ““'''des Science-Fiction-CUibs Deutschlands (SFCD) als jeweils drittbester Roman 1998 ausgezeichnet, obwohl der Band damals nur in 100 Exemplaren als Sammler-Edition in Umlauf war. Jetzt hat der Verlag Das Neue Berlin das Buch allgemein zugänglich gemacht.

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