Erhard Crome 02.10.2012 / Kultur

Der Souveränste und Klügste

Eric Hobsbawm, Chronist des »Zeitalters der Extreme«, ist verstorben

Er hat das »kurze Jahrhundert«, das von ihm so charakterisierte »Zeitalter der Extreme«, um mehr als zwei Jahrzehnte überlebt. Eric J. Hobsbawm war einer der großen Denker, die jenes vergangene Säculum hervorbrachte und auch der großartigste Chronist dieser Ära. Von Beruf und Berufung her eigentlich Historiker war er zugleich weit mehr: ein Geschichtenerzähler und ein Geschichtsphilosoph.Hobsbawm hat Geschichtsschreibung als Gesellschaftsgeschichte verstanden und betrieben. Zunächst war »das lange 19. Jahrhundert« von 1789 bis 1914 sein Thema: das »Zeitalter der Revolution« (1789 bis 1848), das »Zeitalter des Kapitals« (1848 bis 1875) und das »imperiale Zeitalter« (1875 bis 1914) – so die Titel seiner Bücher. Hobsbawms synthetische Beschreibung ökonomischer, politischer und geistiger Entwicklungen, der schönen Künste sowie von Wissenschaft und Technik machte die Komplexität und Wechselverhältnisse von Ereignissen und Prozessen sichtbar. Eine seiner Perspektiven war die der Arbeiterklasse. Er verstand sich zeit seines Lebens als Marxist und war Mitglied der Kommunistischen Partei Großbritanniens bis zu deren Selbstauflösung 1991. Am 1. Oktober starb Eric Hobsbawm in London. Geboren wurde er am 9. Juni 1917 in Alexandria. Er entstammte einer jüdischen Familie, deren Wurzeln im Osten Europas lagen. Die Großeltern, David und Rose Obstbaum, waren in den 1840er Jahren aus Warschau geflüchtet und in Großbritannien eingewandert. Dort wurde der Name angliziert. Vater Percy heiratete während des Ersten Weltkrieges in Zürich Nelly Grün; sie stammte aus Wien.

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