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Wohl weil sie Kurden sind

In der Türkei sitzen so viele Journalisten in Haft wie in keinem anderen Land

  • Von Jürgen Reents
  • Lesedauer: ca. 9.0 Min.

Murat Eroğlu wurde 1985 in Tunceli geboren, im kurdischen Osten der Türkei. Als er neun war, so erzählt er, starben zehn Angehörige seiner Familie. Türkische Soldaten hatten bei einer »Säuberungsaktion gegen Terroristen« deren Haus abgeriegelt und angezündet. Murat flüchtete mit überlebenden Familienmitgliedern nach Istanbul. Dort angekommen, wurde er von seinen neuen türkischen Mitschülern gehänselt, er galt als »Bergtürke«, als »Ostler«, sprach nur Kurdisch.

Erfahrung mit der Polizei machte er auch bald: Mit 17 Jahren wurde er beschuldigt, an einer illegalen Demonstration teilgenommen zu haben, und auf dem Revier misshandelt. Es war nicht so schrecklich wie noch in den 1990er Jahren, sagt er, als Häftlinge in Polizeigewahrsam brutal gefoltert und blutig geschlagen wurden. Neben Hieben und ausgerissenen Haaren habe er vor allem Demütigungen erlitten. Er musste Schreie anderer Gefangener anhören, es wurden ihm immer wieder nat...


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