Die Leichtigkeit des Regierens

Linkes Wahlbündnis Bildu hat im Baskenland auf kommunaler Ebene seine Kompetenz bewiesen, nun stehen Regionalwahlen an

  • Von Raul Zelik
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Seit die Untergrundorganisation ETA den bewaffneten Kampf eingestellt hat, ist die baskische Unabhängigkeitsbewegung erstarkt. Sie stellt viele Lokalverwaltungen, die sich als regierungsfähig erwiesen haben. Auch deshalb zeichnet sich im Baskenland bei den Wahlen am 21. Oktober ein politisches Erdbeben ab, von dem das Linksbündnis Bildu profitieren kann.

In den Küstenstädten der Biskaya ist auf den ersten Blick wenig von der Massenverarmung zu sehen, die Spanien erfasst hat. Zarautz, 25 000 Einwohner, zwanzig Autominuten westlich von der Provinzhauptstadt San Sebastián entfernt, macht einen geleckten, fast unangenehm herausgeputzten Eindruck. Die Strände der Umgebung gelten als Surfer-Paradies. An der Strandpromenade reihen sich Konzept-Restaurants aneinander, die öffentliche Infrastruktur macht einen gepflegteren Eindruck als in so mancher deutschen Großstadt, und Wohnungen kosten - obwohl die Immobilienpreise angeblich nachgegeben haben - nach wie vor über 4000 Euro der Quadratmeter.

Garikoitz Berasaluze und Inaki Eizagirre kommen zu spät zur Verabredung am Rathaus. Die beiden Stadträte gehören dem linken Wahlbündnis Bildu an, das im örtlichen Gemeinderat 9 von 21 Sitzen und den Bürgermeister stellt. Seitdem die ETA Ende 2010 den bewaffneten Kampf endgültig eingestellt hat, rollt...


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