Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Suche nach Ursache der Giftwolke in Kraft-Fabrik

Kosten für Evakuierung und Einsatz der Rettungskräfte in Millionenhöhe

Die Giftwolke über dem Lebensmittelwerk des Kraft-Konzerns in Niedersachsen beschäftigt die Ermittler auch nach dem Ende des Katastrophenalarms. Ob der Chemieunfall in Bad Fallingbostel ein strafrechtliches Nachspiel haben wird, war nach Angaben eines Polizeisprechers am Mittwoch noch offen. Klar sei, dass fahrlässig gehandelt worden sei. Die Staatsanwaltschaft müsse entscheiden, wie dies zu bewerten sei.

Irrtümlich war in einem Werk des Lebensmittelherstellers Salpetersäure in einen Tank mit Natronlauge gefüllt worden. Bei dem Versuch, die beiden Substanzen zu trennen, kam es zur Freisetzung einer Giftwolke. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden sagte, die Polizei ermittle wegen des Verdachts der schweren Gefährdung durch Freisetzung von Giften.

»Wir werden alles dafür tun herauszufinden, was genau passiert ist«, erklärte Firmensprecherin Heike Hauerken. Auch über Berichte, dass es am Montag bereits um 10 Uhr statt wie bislang dargestellt um 13 Uhr zu der verhängnisvollen Verwechslung gekommen sei, konnte die Sprecherin nichts sagen. »Unser Team vor Ort wird sich auch damit beschäftigen«, sagte die Sprecherin.

Derzeit sei die Lebensmittelaufsichtsbehörde dabei, die Anlagen zu untersuchen. »Nach und nach wird seit heute die Produktion wieder freigegeben«, erklärte sie. In Bad Fallingbostel werden unter anderem Frischkäse, Ketchup und das Nudelgericht Mirácoli hergestellt.

Zwei Tage nach dem Chemieunfall kehrte Bad Fallingbostel in die Normalität zurück: Am Mittwoch waren in der 11 000 Einwohner-Stadt in der Lüneburger Heide wieder Schulen, Kindergärten und Geschäfte geöffnet. Am Montagabend war dort Katastrophenalarm ausgelöst worden, 1200 Menschen mussten wegen der Giftwolke über Nacht ihre Häuser verlassen.

Zu den Kosten der Evakuierung und des Einsatzes von rund 1000 Rettungskräften gab es noch keine genauen Angaben. »Wir sind aber im Bereich von einigen Millionen Euro«, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Die Einsatzkräfte waren am Mittwoch nur noch mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt. »Wir haben gestern Abend um 20 Uhr Schluss gemacht, die Grenze der Belastbarkeit war erreicht«, sagte der stellvertretende Ortsbrandmeister Jens Wolters. dpa

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln