»Ein Anschlag auf unsere Kultur«

Boliviens Außenminister Choquehuanca plädiert für Freigabe des Kokablatt-Kauens und »Gutes Leben«

Boliviens Außenminister David Choquehuanca Céspedes weilte letzte Woche zu politischen Gesprächen unter anderem in Deutschland. Der 51-Jährige wuchs in einem Dorf am Titicacasee auf und hat in der indigenen Basisbewegung gearbeitet. Über die Legalisierung des Koka-Kauens und die Umsetzung des Konzepts des Guten Lebens in Boliviens sprach mit ihm für »nd« Ben Beutler.

nd:Auf Ihrer Europareise vergangene Woche sind Sie am Freitag auch nach Deutschland gekommen, um für eine Reform des UN-Einheitsabkommen für Betäubungsmittel von 1961 zu werben. Was ist Ihre Forderung?
Céspedes: Um eines klarzustellen: Zu keinem Zeitpunkt ist Bolivien eine komplette Reform in den Sinn gekommen. Bolivien möchte Teil dieses Völkervertrages sein. Kein Komma, kein Punkt, kein Wort wird angerührt. Was wir fordern, ist die Mitgliedschaft im Abkommen mit der Bedingung einer Ausnahmeregelung.

Und zwar?
Dass das Kokablatt-Kauen in Bolivien nicht weiter verboten ist. In unserem Land gibt es das Acullico seit 7000 Jahren. Ich selber kaue Kokablätter. Wir alle kauen Koka, bei der Geburt eines Kindes, zu Beginn eines Fußballturniers, bei einer Hochzeit segnen wir unsere Häuser mit Koka. Die Koka ist immer mit dabei. Unsere Verfassung hat die Koka darum zum nationalen Kulturerbe erklärt. Kein Land schließt sich einem international...

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