Susanne Götze, Nantes 26.10.2012 / Politik

Eine antikapitalistische Insel

Den Flughafengegnern in der Bretagne geht es nicht nur um Ökologie und Lärm - sie verteidigen einen Platz für Experimente

In Frankreich wird die größte besetzte Zone Europas geräumt. Doch Bauern, Autonome und Umweltschützer leisten Widerstand. Seit mehr als vier Jahren leben über 200 Aktivisten zusammen mit Einheimischen auf dem Gelände des zukünftigen Flughafens »Notre Dames des Landes« in der Bretagne. Seit zwei Wochen räumt die Regierung Hollande mit 500 Militärs - die Bewohner sind entschlossen zu bleiben.

An einer Weggabelung mitten im Nirgendwo stehen leere Tische und Stühle, niemand ist zu sehen. Doch schon nach wenigen Minuten taucht der erste »Zadist« auf: Eine Heugabel in der Hand und ein Tandem schiebend geleitet Marcel Besucher ins nahe gelegene »Sabot« - einem der 30 Stützpunkte der Flughafenbesetzer. Sie haben sich in der ZAD eingerichtet, der »zu verteidigenden Zone«, in Wohnwagen, Bauhäusern und auf verlassenen Gehöften. Der Weg ist nicht leicht: Durch den schlammigen Boden watend, muss über aufwendig gestapelte Bretter, Drähte, Autoreifen und sonstigen Müll gestiegen werden.

Das »Sabot« ist ein Ort wie aus Henri David Thoreaus Roman »Walden«: eine ausgebaute Laube, vor der sich ein riesiger Garten erstreckt. »Die Ernte können wir nun vergessen«, sagt Bewohnerin Lisa. »Das Tränengas hat uns den Boden und das Gemüse zerstört.« Vergangene Woche seien auf den Gemeinschaftsgarten vier Stunden lang Hunderte Tränengasbomben ni...

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