Uwe Kalbe 30.10.2012 / Inland

Lockruf ins Protestcamp

Medienauflauf in Erwartung blanker Brüste

Anfang September brachen sie von Würzburg nach Berlin auf, vor einem Monat haben sie dort ihr Lager aufgeschlagen - eine Gruppe von Flüchtlingen, die nicht weichen will, bevor ihre Forderungen nach Asyl und gegen die deutsche Asylrechtspraxis erfüllt sind. Ein Teil von ihnen bezog am vergangenen Mittwoch Posten auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor, um dem Protest mit einem Hungerstreik Nachdruck zu verleihen. Die Polizei entzog die in zunehmender Eiseskälte notwendigen Decken, um die Flüchtlinge zu zermürben. Räumung droht. Zumindest öffentliche Aufmerksamkeit war der Gruppe und ihren Unterstützern am Montag gewiss.

Heftig, aber erfolglos herbeigewünscht hatten sich die Flüchtlinge in den letzten Tagen und Wochen ein breites Medieninteresse, eines, das sie ihrem Anliegen für angemessen hielten. Seit sechs Tagen immerhin campieren sie am Brandenburger Tor in Berlin, hungern in der Eiseskälte für ihre Ziele. Am Montag plötzlich waren sie da, die Fotografen. Der Grund dafür allerdings waren nicht die Forderungen der Flüchtlinge. Grund war die Erwartung der Journalisten, dort auf dem Pariser Platz mitten in Berlin eine Gruppe barbusiger Aktivistinnen vor das Objektiv zu bekommen. Für einen Bericht etwa unter dem Arbeitstitel »Oben ohne unter der Quadriga«. Im Glauben, derartiges geboten zu bekommen, hatten einige Unterstützerinnen der Flü...

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