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Wer ist die ethisch korrekte Bank?

Kampagne für Bankenwechsel protestierte in Frankfurt

  • Von Hans-Gerd Öfinger
  • Lesedauer: 2 Min.

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Anlässlich des Weltspartages führt die Kampagne »Bankwechsel Jetzt!« eine Aktionswoche durch. Der Auftakt fand am Montag in der Bankenmetropole Frankfurt am Main statt.

Im Schatten des Commerzbank-Towers am Frankfurter Kaiserplatz warben Aktivisten bei Passanten für die Aufgabe von Konten bei den großen Privatbanken. »Wo Commerzbank, Deutsche Bank oder Postbank draufsteht, stecken oft große Schweinereien drin«, erklärte Jutta Wieding von der BUNDjugend. »Deutsche Großbanken bereichern sich rücksichtslos auf Kosten der Menschenrechte und der Umwelt.«

Das Bündnis »Bankwechsel Jetzt!«, in dem 14 Organisationen von Attac über die Grüne Jugend und die Naturfreunde bis hin zu entwicklungspolitischen Vereinen zusammengeschlossen sind, wirft den Großbanken »schmutzige Geschäfte« vor. »Kriegsgewinnler, Klimakiller, Atomrendite, Steueroasen - Spar Dir das«, riefen die Aktivisten mit Megafonverstärkung den Passanten zu. Verteilt wurden transparente Sparschweine, die einen Blick auf die Verstrickung der Commerzbank in ebenso kritikwürdige wie profitable Geschäfte zuließen. Auf Flugblättern wurde die Kontoeröffnung bei einem als »ethisch unbedenklich« geltenden Kreditinstitut wie der GLS Bank, EthikBank, UmweltBank oder TriodosBank empfohlen. Diese legen ihre Finanzierungen offen und schließen eine Zusammenarbeit mit der Rüstungs- und Atomindustrie oder mit Firmen aus, die Kinderarbeit in Kauf nähmen, erläutert Jutta Sundermann vom Attac-Koordinierungskreis. Sie setzen Schwerpunkte bei Bio-Landwirtschaft oder regenerativen Energien.

Da viele Kunden statt Onlinebanking nach wie vor persönlichen Kontakt mit einer Bankfiliale bevorzugten, komme für kritische Anleger auch der Wechsel zu einer Sparkasse oder Genossenschaftsbank in Frage. Diese Institute hätten grundlegend andere Geschäftsmodelle als die Großbanken und seien in den Krisenjahren durch große Stabilität aufgefallen. Auf ihre Geschäftspolitik könne leichter Einfluss genommen werden - bei den in kommunaler Hand befindlichen Sparkassen über die Kommunalpolitik und bei Volks- und Raiffeisenbanken als »Genosse« mit Stimmrecht. Allerdings seien die Zentralinstitute des Sparkassen- und des Genossenschaftssektors, die DekaBank und die DZ-Bank, ebenfalls in ethisch fragwürdige Geschäfte verwickelt. Dass Union Investment, eine Tochter der DZ-Bank, heute noch mit Agrarrohstoffen spekuliere, »passt nicht zum Raiffeisen-Gedanken«, so Sundermann.

»Die Deutschen gehen inzwischen lieber zum Zahnarzt als zu ihrem Bankberater«, beschreibt die Attac-Aktivistin den Imageverlust von Großbanken seit Ausbruch der Finanzkrise 2008. Es sei ermutigend, dass die vier alternativen Banken enormen Zulauf vermeldeten. Dass die jetzt bundesweit angelaufene Kampagne für einen Bankwechsel keinen Ausweg aus dem Kapitalismus aufzeigen und auch nicht das für Kleinsparer drückende Problem niedriger Zinssätze beheben kann, weiß Sundermann. Allerdings könne die Kampagne den Ruf der Großbanken weiter schädigen und eine Mund-zu-Mund-Propaganda auslösen, die den Akteuren in den Chefetagen »nicht egal sein kann«.

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