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Weniger ist mehr

»Die Ökonomie des Glücks« von Helena Norberg-Hodge

  • Von Alexandra Exter
  • Lesedauer: 2 Min.

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Wird alles besser, wenn das Öl endlich alle ist? Und wie viel kann ein einzelner Mensch mit seinem individuellen Einsatz überhaupt gegen Klimawandel und Armut in der Welt tun, wenn es die großen globalen Strukturen sind, die in die falsche Richtung laufen? Es sind Fragen wie diese, die der Dokumentarfilm »Die Ökonomie des Glücks« aufwirft und ansatzweise auch gleich zu beantworten versucht. Orientiert an Leben, Arbeit und globalisierungskritischen Überzeugungen der Alternativen Nobelpreisträgerin Helena Norberg-Hodge, machen die drei Filmemacher eine ebenso schlichte wie einleuchtende Rechnung auf.

Wenn der westliche Konsumrausch, in eine globalisierte Welt exportiert, überall zu Arbeitslosigkeit, Rohstoffverschwendung, zukunftsangstgeborener Gewalt und dem Verlust von Zufriedenheit und kultureller Identität führt, außerdem zu wachsender Verstädterung, die wiederum die Armut steigert und den Verbrauch knapp gewordener Ressourcen auch - warum dann nicht endlich den Steuerknüppel herumreißen und die ganze Welt einfach ganz neu sortieren? Ausgehend von Hektik, Panik, Stress im Westen und dem friedlichen, selbstzufriedenen Leben, das Norberg-Hodge aus ihren frühen Jahren in Ladakh schildert, bevor sich auch dort Coca Cola und Chemiefasern breitmachten, klingt das tatsächlich wie ein unmittelbar überzeugender Lösungsansatz.

Wie dieser Appell an die westliche, konsumorientierte Hälfte der Welt, die ihre mittlerweile doch recht maroden »Werte« mit neokolonialer Selbstverständlichkeit in alle greifbaren Drittländer exportiert, allerdings umzusetzen sein soll, ohne nun wirklich eine Art Weltherrschaft für das ehemals christliche Abendland und die ehemalige Neue Welt zu beanspruchen, bleibt ebenso offen wie einige andere wesentliche Punkte. Denn wie wird es der eben in der Mittelschicht angekommene Chinese, Inder oder Brasilianer wohl finden, wenn man ihm die jetzt endlich erschwinglichen Proteine, den Fleisch- und Fischkonsum, das neue Auto gleich wieder abnehmen wollte, weil sie dem Erhalt der Öko-Balance schaden?

Umweltkrise, Wirtschaftskrise, Sinnkrise, dazu kurzsichtige Entscheidungen, getroffen von (westlichen) Regierungen, die immer nur bis zum nächsten Wahlkampf planen - es ist eine korrekte (wenn auch nicht ganz neue) Diagnose, dass es so wie bisher wirklich nicht mehr länger weitergehen kann. Die vielen, teils sehr prominenten Zeitzeugen und Experten, die in »Die Ökonomie des Glücks« vor die Kamera treten, haben alle zumindest den Ansatz einer Idee, was wohl verändert werden müsste - und manchmal sogar schon die Frage nach dem Wie gelöst. Lokalisierung ist das Stichwort, dass sie einer unkritischen, kommerzorientierten, banken- und konzern-, dafür ganz und gar nicht menschenfreundlichen globalen Deregulierung entgegen setzen.

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