„Der deutsche Freund“

Regisseurin Jeanine Meerapfel über die Freundschaft eines jüdischen Mädchens mit dem Sohn eines Nazis

Jeanine Meerapfel, Jahrgang 1943, wuchs als Tochter deutsch-jüdischer Einwanderer in Buenos Aires auf, wo sie Journalistik studierte. 1964 ging sie zum Studium nach Deutschland. Meerapfels jüngster Film „Der deutsche Freund“ schildert die Freundschaft eines jüdischen Mädchens mit dem Sohn eines Nazis von den 1950ern bis in die 70er, zwischen Deutschland und Argentinien. Kira Taszman traf Jeanine Meerapfel zum Interview.

Frau Meerapfel, wie autobiographisch ist der Film?Ich bin tatsächlich in Argentinien geboren, als Tochter von jüdisch-deutschen Eltern und insofern kenne ich die Geschichte von innen. Anderes habe ich in langen Recherchen gefunden: die Rattenlinien [A.d.R. Fluchtrouten führender NS-Funktionäre] der Nazis nach Argentinien oder die Immigration der deutschen Juden dahin. Letztere war schwierig, denn Argentinien war bis zuletzt eher auf der Seite der Achse. Insofern ist die Geschichte nicht nur autobiographisch, sondern ich habe auch viel über Bücher und Materialien gelernt.Was hat die Heldin Sulamit dann von Ihnen?Die Figur hat einiges von meiner Entwicklung, aber sie ist kein Alter Ego. In Wirklichkeit ist diese Figur eine romantischere Figur, weil sie sich eines Tages entscheidet: Diesen Mann liebe ich, das ist der Mann meines Lebens. Das ist etwas, das ich so nicht erlebt habe. Dafür kenne ich das Hin und Her zwischen Argentinien und Deutschland und die Fragen, die sich dadurch stellen: Wo gehöre ich hin? Wer bin ich?Im Titel schwingt eine Abgrenzung mit, die der Held Friedrich selbst nicht treffen würde, denn er empfindet sich ja nicht nur als Deutscher…Da hat er Recht. Er ist ja in Argentinien geboren. Eigentlich heißt der Film so, weil die Mutter von Sulamit ihn so nennt. Doch Sulamit sagt immer wieder: Friedrich ist kein Deutscher, er ist Argentinier, wie ich. Und natürlich ist das nur die halbe Wahrheit, denn wie sie selbst, ist er auch deutsch.

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, benötigen Sie ein entsprechendes Abo. Wenn Sie schon eins haben, loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo: