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Helmuth Hübener

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Am 27. Oktober vor 80 Jahren ist Helmut Hübener in Berlin-Plötzensee hingerichtet worden. Er war unter den 1574 ermordeten Antifaschisten und Widerstandskämpfern gegen das Naziregimes mit 17 Jahren der Jüngste.

Seine drei Kinder allein erziehende Mutter gehörte der »Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage« (Mormonen) an, die zu den ersten von den Nazis bedrohten christlichen Gruppen gehörten. Angesichts der Judenverfolgung auch in Hamburg erinnerten Hübeners Großeltern: »Auch Jesus war Jude.« Unter ihrem Einfluss wehrte sich Hübener bereits in der Hitlerjugend gegen die bedingungslose Unterordnung, 1939 wurde er wegen Befehlsverweigerung aus der HJ ausgeschlossen. Hübener wurde alsbald auch antifaschistisch aktiv. Mit zwei Freunden aus der Mormonenkirche tippte er Flugblätter, u.a. mit dem Titel »Stimme der Heimat«, in denen die Kirchenpolitik des Regimes angeprangert wurde. Ein anderes Flugblatt, »Hitlers Verheißung«, richtete sich an Frontsoldaten. In den ersten 35 Tagen des Jahres 1942 fertigten die Freunde sechs Flugschriften, die den Krieg gegen die Sowjetunion anprangerten. Auch forderten die Jugendlichen die Arbeiter und Soldaten zu aktivem Widerstand auf. Der erst 16-jährige Hübener demaskierte Hitler: »Zu Tausenden wird er euch ins Feuer schicken, um das von ihm begonnene Verbrechen auch zu beenden. Zu Tausenden werden eure Frauen und Kinder zu Witwen und Waisen.« Der kleine Freundeskreis entwickelte sich zu einer Widerstandsgruppe. Man hörte ausländische Sender, stenografierte mit und verbreitete die Informationen per Kettenbriefe.

Am 3. Februar 1942 wurde Hübener verhaftet, von einem Arbeitskollegen in der Hamburger Sozialverwaltung verraten. Er wurde »wegen Abhörens eines Auslandssenders und Verbreitung der abgehörten Nachrichten in Verbindung mit Vorbereitung zum Hochverrat und landesverräterischer Feindbegünstigung« verurteilt. In seinem letzten Brief, wenige Stunden vor der Hinrichtung geschrieben, gab er seiner Gewissheit Ausdruck, den richtigen Weg gewählt zu haben.

Ulrich Sander ist es zu danken, mit seinem Buch »Jugendwiderstand im Krieg« Helmuth Hübener der Vergessenheit entrissen zu haben.

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