Steinbrück hat nicht alle Honorare offengelegt

Berlin (nd). Am Samstag ist Peer Steinbrück beim Bundesausschuss der Jusos zu Gast. Es wäre nicht überraschend, wenn sich der SPD-Kanzlerkandidat dort erneut Fragen zu seinen umfangreichen Nebeneinnahmen gefallen lassen muss. Nach den Unklarheiten, welche im Zusammenhang mit einem 25.000-Euro-Honorar der Stadtwerke Bochum aufgetaucht sind, folgten bereits neue Meldungen über die Einkünfte des Sozialdemokraten.

Wie der „Kölner Stadtanzeiger“ berichtet, hat Steinbrück „weiterhin nicht die vollständige Höhe seine Honorare aus Nebentätigkeiten“ offengelegt. So wolle sich der frühere Finanzminister „nicht zur genauen Höhe eines Honorars äußern, das ihm der Baukonzern Bilfinger SE für ein Interview im Geschäftsbericht 2010 gezahlt hat“, schreibt das Blatt und zitiert einen SPD-Sprecher: "Dazu macht Herr Steinbrück keine Angaben." In der vergangenen Dienstag veröffentlichten Liste taucht das Interview-Honorar nicht auf.

Die Bilfinger-Zahlung sei nicht in der Aufstellung genannt worden, weil sich "diese Liste explizit auf die Vortragstätigkeiten von Herrn Steinbrück bezieht", so der SPD-Sprecher. Steinbrück hat mindestens 7000 Euro für das Interview erhalten und es wie vorgeschrieben beim Bundestagspräsidenten mit der Honorarstufe drei angegeben - es sind also mehr als 7000 Euro geflossen.

Im „Focus“ ist von einer fünfstelligen Summe die Rede. Das Magazin berichtet unter Berufung auf eigene Berechnungen zudem, Steinbrück habe offenbar mehr Nebeneinkünfte erzielt als bislang bekannt. Die Gesamtsumme belaufe sich seit 2009 auf etwas über zwei Millionen Euro. Zu den 1,25 Millionen Euro Vortragshonoraren müssten rund 550.000 Euro Vergütungen für Bücher sowie 115.000 Euro Einnahmen aus Aufsichtsratstätigkeiten für den Stahl- und Rüstungskonzern ThyssenKrupp gerechnet werden.

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