Marcus Meier 13.11.2012 / Inland

RWE lässt besetzten Wald räumen

Besetzer des Hambacher Forstes leisten gewaltfreien Widerstand – und werden der Polizei vor, Menschenleben zu gefährden

Die Polizei hat heute damit begonnen, den Weg frei zu machen für die Rodungs-Teams des Energieriesen RWE. Der seit April besetzte Hambacher Forst wird geräumt. Die Anti-Aktivisten haben sich in Tunneln verbuddelt oder hängen in Seilen an Bäumen. Heute Solidaritäts-Aktionen in Berlin, Hamburg, Köln, Essen und Osnabrück.

Die lokale Polizei hat heute morgen um 7.30 Uhr damit begonnen, den von Kohlekraftgegnern besetzten Hambacher Forst im Rheinischen Braunkohlerevier zwischen Köln, Aachen und Mönchengladbach zu räumen. Im Einsatz sind mehrere Polizeihundertschaften. Die Besetzer stehen dem Energieriesen RWE im Weg, der seinen Braunkohletagebau Hambach erweitern und deshalb die Überreste des einst riesigen Waldgebietes roden will.Leicht machen die Aktivisten der Polizei die Räumung nicht: Ein Teil der Besetzer hat sich in einer Art unterirdischen Tunnel regelrecht vergraben, berichte ein Sprecher der Aktivisten »nd« gegen 10.15 Uhr. »Wenn die Polizei sicher räumen will, muss sie den Tunnel nachgraben, sonst wird es lebensgefährlich«, so der Sprecher der Besetzer. Nach seiner Darstellung ist die Polizei gerade im Begriff, die Besetzer nach und nach in Gewahrsam zu nehmen. Andere Aktivisten hängen mit Seilen in Bäumen – eine Aktionsform, wie sie auch schon bei Widerstandsaktionen gegen Castortransporte zum Einsatz kam. ///UPDATE 13.10 Uhr: Die Besetzer werfen der Polizei vor, Menschenleben zu gefährden. Die Polizei sei darüber informiert worden, welche Bereiche des Waldes untertunnelt seien. Auch wisse die Staatsmacht, dass sich in diesen Tunneln Menschen befänden, heißt es in einer E-Mail an »nd«. »Dennoch fährt diePolizei in dem Gebiet mit schwerem Gerät herum.« Die Besetzer befürchten, die Fahrzeuge könnten durchbrechen und die Aktivisten im Tunnel zerquetschen oder erschlagen. Die Polizei des Rhein-Erft-Kreises dementierte diese Behauptungen nicht. Eine Anfrage des »nd« beantwortete ein Sprecher der Behörde ausweichend. Die Polizei sei weiterhin mit der Räumung des illegalen Camps im Hambacher Forst beschäftigt. Dazu setze sie alle erforderlichen Einsatzmittel ein. Bisher sei »nur eine Unterhöhlung bekannt geworden, in der eine Person lokalisiert und identifiziert worden ist. Sie wird derzeit betreut. Darüber hinaus ist die medizinische Betreuung der weiteren noch im Camp befindlichen Personen gewährleistet, da Notarzt und Rettungsdienst vor Ort im Einsatz sind.« Zum derzeitigen Zeitpunkt keine die Polizei keine weiteren Einzelheiten bekannt geben könne.

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