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Pflugscharen zu Schwertern

Ein Rüstungskonzern baut in Jena. Die Öffentlichkeit soll davon nichts erfahren.

  • Von Fabian Köhler
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

In Jena sind vertrauliche Stadtrat-Unterlagen an die Öffentlichkeit gelangt. Demnach plant ein Rüstungskonzern in der Stadt zu expandieren. Der Stadtrat genehmigte nun das Vorhaben: Nicht der erste Waffenhersteller in einer Stadt, die sich einmal als ein Zentrum der Friedensbewegung sah.

Ein paar Dutzend junge Menschen marschieren durch das thüringische Jena. „Frieden schaffen ohne Waffen" und „Schwerter zu Pflugscharen" steht auf ihren Plakaten geschrieben. Polizisten werden sie ihnen später entreißen.1983 rief die „Friedensgemeinschaft Jena" zu Protesten gegen die „Aufrüstung im Osten und die Militarisierung der Gesellschaft" auf. Die Stadt galt damals als einer der bedeutendsten Rüstungsstandorte der DDR.

29 Jahre später soll wieder ein Werk eines Rüstungsherstellers in Jena entstehen. Am Mittwochabend stimmte der Stadtrat der Beschlussvorlage von SPD-Oberbürgermeister Albrecht Schröter zu. Astrium, ein Ableger des europäischen Rüstungskonzernes EADS, will in einem Gewerbegebiet im Süden der Stadt ein Grundstück erwerben. Die Astrium-Tochter Jena-Optronik soll dort produzieren – was, ist nicht bekannt. Sicher ist dagegen: Zum Portfolio des Raumfahrtunternehmens gehören neben zivilen auch militärisch genutzte Trä...


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