Wohnen mit Finanzkooperative

Solidarische Ökonomie: In der Bremer Kommune »Alla Hopp« fließen alle Einkommen in eine gemeinsame Kasse

  • Von Christian Jakob
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Wie finanziert sich alternatives Wohnen? Auch für weniger finanzkräftige Menschen bieten sich Möglichkeiten eines Hauskaufs. Wie man nach dem Erwerb eines Hauses mit Geld umgehen kann, erzählt der zweite Text: Die Bewohner eines Hausprojekts in Bremen kollektivieren ihre Einnahmen und stecken sie in eine gemeinsamen Kasse.

Die Leute wollen immer das Gleiche wissen, sagt Olaf Bernau: »Was macht ihr, wenn das jemand ausnutzt?« Niemand, der nicht selbst in einer solchen Ökonomie lebe, könne sich vorstellen, dass die radikal andere Art, wie die Bremer Stadtkommune »Alla Hopp« mit Einnahmen und Ausgaben, mit Wünschen, Bedürfnissen und Zwängen umgeht, funktioniert. Zwölf Erwachsene und vier Kinder leben hier in einer ehemaligen Bonbonfabrik, die sie gemeinsam gekauft und renoviert haben. Niemand muss hier arbeiten, alle legen ihre Einkünfte zusammen und jeder darf so viel vom gemeinsamen Geld ausgeben, wie er oder sie will.

Es funktioniert ganz ohne Streit

Bernaus Antwort ist immer dieselbe: »Es wird nicht ausgenutzt, weil es keinen Grund gibt, das auszunutzen.« Seit 1995 praktiziere das Kollektiv die gemeinsame Ökonomie »und wegen Geld gab es noch nie ernsthaft Streit«, sagt Bernau. Selbst die Situationen, in denen Leute ein ungutes Gefühl mit den Ausg...


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