Folgenschwere Himmelswatte

Karlsruher Forscher versuchen die Rolle der Wolken beim Klimawandel genauer zu ergründen

  • Von Walter Schmidt
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Nicht dass Thomas Leisner etwas gegen blauen Himmel hätte. Doch er lebt zum Teil davon, dass er Wolken herstellt, manchmal auch winzige. Dazu muss der Professor für Umweltphysik nur an einen Tisch herantreten, auf dem ein leerer Metallbehälter mit Plexiglasdeckel steht, etwas größer als eine Kaffeedose: eine Mini-Wolkenkammer. Über einen Schlauch daran angeschlossen ist eine Art Handpumpe. Um in dem Behälter ein Wölkchen entstehen zu lassen, muss Leisner nämlich einen Teil der Luft aus ihm saugen. Dadurch sinkt innen der Luftdruck und damit auch die Temperatur. Und wo es kälter wird, kondensiert gasförmiges zu flüssigem Wasser - zu Wolkentröpfchen eben.

Also los: Etwa drei Sekunden lang zieht Leisner Luft aus der Büchse. Fast augenblicklich wirbeln winzige Wassertröpfchen darin umher, sichtbar im Licht eingebauter Lämpchen. »Das ist doch schon mal eine schöne Wolke«, sagt der 51-jährige Wissenschaftler. Nun ja, es war eher ein Wölk...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.