Wettbewerb ins Elend

  • Von Sabine Nuss
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

»Ich habe sowieso keine Würde mehr im Leib«, sagte Hollywood-Star Tom Hanks bei der letzten »Wetten dass..?«-Sendung Anfang November in der Bremer Stadthalle. Zehn Millionen Zuschauer schauten Hanks dabei zu, wie er mit einer Katzenmütze auf dem Kopf herumstand, während der beständig »Wow!« rufende Moderator Markus Lanz um ihn herum sackhüpfte.

In der Konkurrenz um Einschaltquoten ist sich das deutsche »Hochqualitätsfernsehen« (Hanks) offenbar für nichts zu schade. Blindes Wettbewerbsstreben, koste es, was es wolle, ist auch das Markenzeichen deutscher Antikrisenpolitik. Bei keiner Gelegenheit lassen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Berater ihr Rezept gegen die Krise unerwähnt: Strukturreformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit. Nicht einmal als FDP-Außenminister Guido Westerwelle im ARD-Brennpunkt die Wiederwahl Barack Obamas kommentierte, ließ er die Plattitüde aus, auf dass auch der Letzte endlich glauben möge: »Wir haben jet...


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