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Schilder gegen Geisterfahrer

Bund prüft neue Warnmethoden

Seit 2010 werden in Bayern Warnschilder gegen Geisterfahrer getestet. Erste Ergebnisse erwarten die Behörden Ende des Jahres. Schon jetzt steht aber fest, dass die Hinweise nicht gegen alle Falschfahrer helfen können.

Zum besseren Schutz vor Geisterfahrerunfällen auf Autobahnen prüft das Bundesverkehrsministerium neue Warnmethoden mit Schildern und Fahrbahnmarkierungen. Aus einem seit 2010 laufenden Pilotversuch in Bayern werden jetzt erste Ergebnisse erwartet, so ein Sprecher am Dienstag. Dann werde untersucht, ob und in welcher Form solche Instrumente auf ganz Deutschland ausgeweitet werden sollten.

Der Parlamentarische Verkehrsstaatssekretär Jan Mücke (FDP) sagte, es werde geprüft, ob die getestete neonfarbene Warntafel mit einer schwarzen Stopp-Hand als regelgerechtes Schild in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen werden könnte. Bei dem Pilotversuch an der A8 in Bayern wird an Anschlussstellen und Ausfahrten von Tank- und Rastplätzen getestet, inwiefern Warntafeln, Fahrbahnmarkierungen oder Kombinationen aus beidem Wirkung zeigen.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen untersucht daneben, wie viele Geisterfahrten es tatsächlich gibt und was die Ursachen und Begleitumstände sind. Ziel ist, versehentliche Falschfahrten zu verhindern. Als kaum möglich gilt, vorsätzliche Geisterfahrer mit Warnhinweisen zu stoppen. Im Verkehrsfunk werden jährlich rund 1700 Geisterfahrer gemeldet.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat indes vor hektischen Reaktionen auf den verheerenden Geisterfahrerunfall in Südbaden gewarnt. »Wenn solche Tragödien wie in Offenburg passieren, entsteht eine Art von Reflexaktionismus und man will die Welt umkrempeln«, sagte DPolG-Landesvorsitzender, Joachim Lautensack. Er riet, zu überprüfen, welche Ab- und Auffahrten nicht optimal gekennzeichnet sind. »Mit dem Restrisiko muss man leben.« dpa

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