Ralf Hutter 22.11.2012 / Kultur

»Wir werden die Frankfurter Rundschau alimentieren«

Leo Fischer, Chefredakteur der Satirezeitschrift Titanic, über die Bedeutung der Frankfurter Rundschau, Hilfslieferungen und Hintergründe der Insolvenz

nd: Was ist dran an dem Gerücht, dass die »Titanic« gerne die »Frankfurter Rundschau« übernehmen würde?Fischer: Übernehmen können wir sie nicht, das geht ein bisschen über unsere finanziellen Möglichkeiten. Wir werden Stütz- und Hilfslieferungen an die »Frankfurter Rundschau« organisieren. Wir erwägen einige historische Rechtschreibfehler und Gedankenverbrechen, die wir hier in unseren Archiven lagern, der »Frankfurter Rundschau« zur Verfügung zu stellen, damit sie über den Winter kommt. Was weiter geht, ob eventuell die „Rundschau" uns ganz überschrieben wird, das bleibt abzuwarten. Da müssen wir noch mit dem Insolvenzverwalter reden.So viel Solidarität mag manche Menschen überraschen. Eigentlich liegt der Gedanke nahe, fürs Satire-Geschäft wäre es lohnender, „FAZ" zu lesen.Wir lesen ja grundsätzlich alles. Wir brauchen aber auch gerade die »Frankfurter Rundschau«. Wir haben eine sehr fruchtbare, langjährige Beziehung mit ihr. Einige der schönsten von uns dokumentierten Sprach- und Gedankenungeschicklichkeiten, die wir beispielsweise in den „Briefen an die Leser" dokumentieren konnten, waren in der »Frankfurter Rundschau«. Zum Beispiel der schöne Satz: »Schöner wie Max Goldt seziert niemand sprachliche Schlampereien...« - also „schöner wie". Das war einer der „Rundschau"-Sätze, den zu entdecken wir uns immer noch sehr freuen. Es gab auch eine längere Zusammenarbeit mit der »Frankfurter Rundschau«. Wir haben zum Beispiel gemeinsam eine Frittenbude gerettet, hier in Frankfurt, eine ausgezeichnete Lokalität, die zugunsten irgendwelcher Grün- und Parkflächen weichen sollte. »Titanic« kann also im Verein mit der »Frankfurter Rundschau« noch vieles bewirken.Die Beziehung scheint mir über das Professionelle hinaus gegangen zu sein. Sie schrieben in Ihrer Online-Präsenz kürzlich in einem kleinen Gag wie zufällig von einer »kürzlich pleite gegangenen Lieblingstageszeitung«.

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