»Eingriffe in die Rentenformel sind nötig«

Klaus Barthel sieht im SPD-Konzept zur Altersversorgung wichtige Forderungen der Parteilinken erfüllt

Am Samstag wollen die Sozialdemokraten bei einem Konvent in Berlin unter Ausschluss der Öffentlichkeit über ihr Rentenkonzept entscheiden. Nach langem Streit zwischen Parteilinken und Teilen der SPD-Spitze über die Absenkung des Rentenniveaus wurde vorerst ein Konsens hergestellt. Die Parteiführung verspricht, das jetzige Sicherungsniveau von etwa 50 Prozent zu halten. Korrekturen an der Rentenformel sind aber zunächst nicht geplant.

Klaus Barthel ist Abgeordneter des Deutschen Bundestags und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD (AfA). Mit ihm sprach Aert van Riel.

nd: Das SPD-Rentenkonzept soll auf dem Parteikonvent am Samstag beschlossen werden. Können Sie dem Konzept nach einigen Änderungen so nun zustimmen?
Barthel: Unsere Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen kann zustimmen - und damit auch ich -, weil sich die von uns eingebrachten Punkte im Wesentlichen wiederfinden. Das Rentenniveau ist gesichert, zumindest bis 2020. Die Lebensstandardsicherung muss über die gesetzliche Rentenversicherung garantiert sein. Private und kapitalgedeckte Modelle können ein zusätzliches Element sein, aber nicht die gesetzliche Rente ersetzen. Wir sind weit davon entfernt, dass mindestens die Hälfte der Älteren in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung ist. Deswegen könnte die Rente mit 67 nicht in Kraft treten. Zudem darf die Erwerbsminderung nicht mehr zu Abschlägen führen. Ein großer Teil der Beschäftigten könnte schon ab dem 63. Lebensjahr in Rente gehen kann, wenn 45 Versicherungsjahre voll sind.

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