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»Die DDR war okay«

Über das Begehren, anders zu sein

  • Von Stefan Bollinger
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Wer gemütliches Erinnern an eine etwas buntere DDR erwartet, wird enttäuscht. Die Buchmacher sind hin und her gerissen. So wie Anne Seeck, ein gebranntes Kind von DDR-Sozialisation und Ausreise, heute engagierte politische Bildnerin und in sozialen Bewegungen aktiv. Sie will ein differenziertes Bild dieser DDR zeichnen. Nur so könne man dem »Gezerre der unterschiedlichen Aufarbeitungsfraktionen« etwas entgegensetzen. Sie schreibt aber auch: »Während die Totalitarismustheoretikerlnnen und die bürgerliche Öffentlichkeit immer wieder auf die Repression in der DDR verweisen, um als gute Kontrastfolie die parlamentarische Demokratie hervorzuzaubern und diese in Zeiten der Politikverdrossenheit und Krise zu legitimieren, rücken die DDR-Nostalgiker eine vermeintlich heile Welt des Alltags in der DDR in den Mittelpunkt: zum Beispiel die ›soziale Seite‹, ›die Solidarität‹, ›das Menschliche‹.« Seecks Fazit: Der Alltag in dem autoritären Staat wa...

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