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Vergesst den Mond

ESA-Ministerratstagung ohne Budgetkürzung

  • Von Jacqueline Myrrhe
  • Lesedauer: 2 Min.

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Alle drei bis vier Jahre trifft sich das höchste Entscheidungsgremium der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA), die Ministerratskonferenz, um Budgets und Programme zu beschließen - ein Parteitag der Raumfahrt sozusagen. Beim Treffen diese Woche in Neapel war man auf alles gefasst. Angesichts der Krise rechnete mancher mit der Zahlungsunfähigkeit von ESA-Mitgliedsländern. Am Ende blieb es bei einem Budget von rund 10 Milliarden Euro für die nächsten zweieinhalb Jahre - wie bisher. 2,6 Milliarden Euro davon kommen von der Bundesrepublik, die damit das beitragsstärkste ESA-Land ist.

Frankreich, mit industriellen Überkapazitäten in der Raumfahrttechnik, wollte eine neue Version der Ariane-Rakete ins Programm drücken, Deutschland hingegen ein Nachfolgeprojekt für das Lastenraumschiff ATV und die Mittel für den Weiterbetrieb der Internationalen Raumstation ISS. Das Resultat ist ein Kompromiss: Bis zum Jahr 2014 werden Technologien entwickelt, die sowohl einer neuen Ariane dienen als auch die derzeitige Version der Rakete verbessern können. Ausfälle beim ISS-Programm konnten durch Beiträge neuer Interessenten, z.B. Großbritannien, bislang vehementer Gegner der bemannten Raumfahrt, kompensiert werden.

Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, resümierte: »Die ESA hat erneut bewiesen, dass sie auch unter konjunkturell schwierigen Rahmenbedingungen handlungsfähig ist und die europäische Raumfahrt in die Zukunft führen kann«, Mit den in Neapel gefassten Beschlüssen sei die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Raumfahrt für die kommenden Jahre gesichert. »Aus deutscher Sicht gehören die Weiterführung des Ariane 5ME-Programms und die Entscheidung über die Nutzung der Internationalen Raumstation bis zum Jahr 2020, verbunden mit der Entwicklung eines europäischen Servicemoduls für das zukünftige amerikanische Orion-Raumschiff, zu den wichtigsten Ergebnissen«, lobt Wörner.

Trotz dieser freundlichen Einschätzung musste auch Deutschland in einem Punkt nachgeben. Das populäre Projekt einer europäischen Mondlandesonde wurde in den Dornröschenschlaf geschickt.

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