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Sehnsucht nach mehr Selbstständigkeit

SODI unterstützt in der zentralvietnamesischen Provinz Nghe An die Ausbildung von Frauen

  • Von Susanne Wienke, SODI
  • Lesedauer: 2 Min.
Nghe An gehört zu den ärmsten Provinzen in Vietnam. SODI unterstützt dort die Vietnamesische Frauenunion bei der beruflichen Ausbildung von besonders benachteiligten Frauen, wie Angehörige ethnischer Minderheiten sowie Frauen mit Behinderung.
Frau Hong mit ihrer dreijährigen Tochter
Frau Hong mit ihrer dreijährigen Tochter

Lo Thi Xingh bedeutet »wunderschön«. Ein passender Name für die 38-jährige zierliche Frau in dem Bergdistrikt Thuong Duong. Doch sie wirkt zerbrechlich und verunsichert, als die Mitarbeiterinnen der Vietnamesischen Frauenunion, Partnerorganisation von SODI, sie in ihrem einfachen Haus mit Bambuswänden und festgestampften Erdboden besuchen. Sie ist alleine, wie die meiste Zeit. Ihre Eltern, mit denen sie zusammenlebt, arbeiten um diese Zeit auf den Feldern in den Bergen, wo sie Klebreis für den Eigenbedarf anbauen. Frau Lo hat seit ihrer Geburt eine Gehbehinderung, ihr Leben spielt sich in erster Linie in ihrem Dorf ab. Frau Ha und Frau Thanh von der Vietnamesischen Frauenunion reden ihr zu, dass ihre Behinderung kein Grund sein muss, nicht an einem Ausbildungskurs teilzunehmen. Doch so einfach ist Frau Lo nicht zu überzeugen. Zu tief sitzt ihre Angst, auch wenn sie nicht so recht erklären kann, wovor. »Ich bin schon zu alt. Ich kann bestimmt nichts lernen.« Doch auch ihre Sehnsucht nach mehr Selbstständigkeit kommt langsam zur Sprache. Der Wunsch, selbst etwas zu tun, ein bisschen Geld zu verdienen und nicht mehr so einsam zu sein. Ein Schneiderkurs wäre für sie eine gute Möglichkeit: an dem Ausbildungszentrum in der Provinzhauptstadt Vinh kann sie in drei Monaten das grundlegende Schneiderhandwerk erlernen. Sie kann mit anderen Frauen zusammenwohnen und sich austauschen. Die Chancen stehen sehr gut, dass sie danach mit dem Nähen von Schuluniformen etwas Geld verdienen kann, denn in ihrem Dorf gibt es noch keinen Schneider.

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen der Vietnamesischen Frauenunion, die in Motivation und Kommunikation geschult sind, beraten und unterstützen die Frauen in den Distrikten auch noch nach Ende der Projektlaufzeit. So wird alles dafür getan, dass das neu erworbene Selbstvertrauen weiter wächst und das Projekt die Lebenssituation der Frauen nachhaltig verbessert. So wie bei der 29-jährigen Frau Hong in der Provinzhauptstadt Vinh. Sechs Autostunden von Frau Lo entfernt sitzt sie in ihrer kleinen Schneiderei. Sie möchte Frauen wie Frau Lo Mut zusprechen. »Habt keine Angst. Eine Ausbildung ist ein Weg, Euer Leben zu verbessern«. Die alleinerziehende Mutter hatte vor sieben Jahren an einem Schneiderkurs am Ausbildungszentrum der Frauenunion teilgenommen. 2008 bekam sie einen Kredit von der Bank of Poor für die Eröffnung ihrer eigenen Schneiderwerkstatt. Den Kredit hat sie bereits zurückgezahlt. Mittlerweile beschäftigt sie eine alleinerziehende Mutter. Mit ihrer Schneiderwerkstatt hat Frau Hong nicht nur für sich selbst eine neue Lebensgrundlage geschaffen.

Die Autorin ist SODI-Projektmanagerin Südostasien.

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