Schrumm!

Potsdamer Winteroper: Glucks »Orfeo ed Euridice« im Schlosstheater Sanssouci

  • Von Irene Constantin
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Schrumm! Ein Ton wie ein Speer, in den Boden gerammt. Dann ein geschraubtes Melodiefetzchen wie ein schmerzhaftes Nachdrehen, und gleich wieder, etwas höher, noch etwas bohrender - Schrumm! Hört nicht so romantisch! Diese Musik ist knochenhart, ungepolstert, unverhüllt, denn sie leitet eine Erzählung über Existenzielles ein. In der ältesten Künstlergeschichte der Welt geht es um Leben, Tod, Trauer und den Gesang.

Christoph Willibald Gluck und sein Librettist Raniero de’ Calzabigi haben sich für ihre erste Reformoper ganz auf den Kern des Orpheus-Mythos konzentriert. Eurydike ist gestorben, wenn die Handlung beginnt, Orpheus’ Versuch, sie aus dem Totenreich zurückzuholen, gescheitert, wenn die Oper endet. Nur um das zur Entstehungszeit (Uraufführung 1762 in Wien) unumgängliche lieto fine zu ermöglichen, rettet Amor ganz am Ende die Situation und holt Eurydike abermals zurück.

Zu einfach, zu unglaubwürdig erschien Regisseur Martin ...


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