Erlahmte Euphorie im Nahverkehr

Sachsens ÖPNV droht auszudünnen

  • Von Harald Lachmann
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Sachsens schwarze-gelbe Regierung kürzt bereits zugesagte Landeszuschüsse für kommunale ÖPNV-Verbände. Und sie zweckentfremdet dabei selbst Gelder, die sie vom Bund für den Regionalverkehr erhält.

Er soll das künftige Herzstück im mitteldeutschen S-Bahn-Netz sein und gleich vier Länder enger verbandeln: Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg. Die Rede ist vom City-Tunnel unter Leipzig, der nach Bauverzögerungen und argen Verteuerungen Ende 2013 endlich in Betrieb gehen dürfte. Fünf S-Bahn-Linien rollen dann im Halbstundentakt mit Tempo 160 durch die Region. Sie befördern täglich bis zu 90 000 Fahrgäste und machen so 320 000 Pkw-Kilometer überflüssig.

So jubelte man zumindest noch im Frühjahr 2011 beim Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL). Immerhin hatte da auch noch Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok zugesichert, dass das Land seine Zuschüsse für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ab 2013 um 15 Millionen Euro erhöhen werde. »Das Geld, das für das mitteldeutsche S-Bahn-Netz bereitgestellt werden muss, wird bereitgestellt«, tönte der FDP-Politiker.

»Zweckentfremdete« Mittel

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