Werbung

Tutu: EU ist kein Friedensbereiter

Kritik an Entscheidung zu Friedensnobelpreis

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Oslo (dpa/nd). Zehn Tage vor der Verleihung des Friedensnobelpreises 2012 an die Europäische Union reißt die Kritik an der Entscheidung des norwegischen Vergabekomitees nicht ab. Der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu, der 1984 ausgezeichnet wurde, rief die Nobelstiftung auf, die Auszahlung des Preisgeldes von knapp einer Million Euro an die EU zu verweigern. Mit ihm unterzeichneten die Nordirin Mairead Maguire und der Argentinier Adolfo Pérez Esquivel, Preisträger von 1976 und 1980, die in einem offenen Brief formulierte Forderung.

Die drei Preisträger erklären darin, dass die EU kein Friedensbereiter sei, wie dies Alfred Nobel im Sinn gehabt habe. Die Entscheidung des Komitees verfälsche den Stifterwillen. »Die EU strebt nicht nach der Verwirklichung von Nobels globaler Friedensordnung ohne Militär«, sondern gründe »kollektive Sicherheit weit mehr auf militärischen Zwang und die Durchführung von Kriegen als auf die Notwendigkeit eines alternativen Herangehens.« Laut Nobels Testament soll den Friedenspreis erhalten, wer u.a. »am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere« hingewirkt habe. Das Komitee hatte seine Entscheidung mit der Rolle der EU als Friedensbewahrer in Europa begründet. Der Chef des Nobel-Instituts, Geir Lundestad, sagte, man müsse »nicht alle von Nobel gestellten Bedingungen in einem Jahr vollständig erfüllen«.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!