Dieter Hanisch, Itzehoe 04.12.2012 / Politik

Das Esszimmer des Wenzel Hablik

Spektakuläres Ganzraumbild aus dem Jahr 1923 in Itzehoer Künstlerhaus entdeckt

Im Jahr 1923 hat der Künstler Wenzel Hablik das Esszimmer seiner Villa in Itzehoe (Schleswig-Holstein) vom Boden bis zur Decke farbig ausgemalt. Die strenge geometrische Gestaltung steht dem Bauhaus nahe. 1933 ließ Hablik sein Meisterwerk unter neutralen Tapeten verbergen - jetzt wurde es wiederentdeckt.

Seit beinahe 80 Jahren schlummerte in der Itzehoer Talstraße ein verborgener Kulturschatz, der erst jetzt wieder das Licht der Welt erblickte. Bei der Herrichtung des Künstlerhauses Hablik ist in dem Gebäude ein Ganzraumbild entdeckt worden, das Denkmalpfleger als »Sensationsfund« bezeichnen.

Der Name Wenzel Hablik (1881 bis 1934) ist untrennbar mit Itzehoe im Kreis Steinburg verbunden, in der Weimarer Republik hatte der Maler dort zusammen mit seiner Frau, der Bildweberin Elisabeth Lindemann, seinen Lebensmittelpunkt. Der Gestaltungskünstler hatte 1923 Wände und Decke des Esszimmers in seiner Itzehoer Villa mit knallbunten Ölfarben in ein schillerndes Gesamtbild verwandel - alles streng geometrisch im Bauhaus-nahen Stil.

Die expressionistische Kunst inspirierte den Kreativgeist, der bereits mit 13 Jahren den Tischler-Meisterbrief erhielt. Hablik verstand sich als Gesamtkünstler, der sich architektonisch versuchte, aber auch als ...

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