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Etappensieg des Südens

  • Von Gerhard Dilger
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.
Dank des beherzten Auftretens von Argentinien, Brasilien und Venezuela wurde der Amerika-Gipfel im argentinischen Mar del Plata ein Erfolg des Südens. Souverän ließen Néstor Kirchner, Luiz Inácio Lula da Silva und Hugo Chávez am Sonnabend die USA bei dem Versuch auflaufen, das Projekt der gesamtamerikanischen Freihandelszone ALCA wiederzubeleben. Dass George W. Bush nicht weit gekommen ist, lag auch an ihm selbst. Argentinien hatte den Gipfel unter das Motto »Anständige Arbeit« gestellt. Danach sollen Politik und Wirtschaft menschenwürdige Arbeitsplätze schaffen, um die Armut zu verringern und das angeschlagene Vertrauen der Latinos in die repräsentative Demokratie wiederherstellen. Doch die USA-Delegation tat dies als lästiges Beiwerk ab. Dabei wissen alle Präsidenten, auch Bushs engste Verbündete, dass die neoliberalen Rezepte des »Washington-Konsenses« von 1990 den Menschen nicht geholfen haben. Womöglich hatten die USA darauf spekuliert, Chávez und die Mercosur-Präsidenten auseinander dividieren zu können. Ausgerechnet mit der Linksregierung Uruguays unterzeichneten sie nämlich am Freitag ein skandalöses Investitionsschutzabkommen, und schon vor Monaten hatte Paraguay den Vorbereitungen zu einer USA-Militärbasis zugestimmt. Auch Argentinien und Brasilien lehnen den Freihandel nicht grundsätzlich ab, im Gegenteil. Selbst wenn diesbezügliche Hoffnungen in Brasilien oder Uruguay bislang enttäuscht wurden: Dass ALCA nun womöglich den Todesstoß erhielt, dürfte im Mercosur den Spielraum für soziale Fortschritte erweitern. Umso wichtiger wird es, die Aktivisten aus Kolumbien, Ecuador und Peru in ihrem Kampf gegen ein regionales Freihandelsabkommen mit den USA zu unterstützen. Ihr wichtigster Verbündeter in der Region, das zeigte sich in Mar del Plata erneut, ist Hugo Chávez. Venezuelas Erdöldollars erlauben es ihm, seine Bolivarianische Alternative für Amerika (ALBA), eine Regionalintegration mit sozial...

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