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Perus Ex-Präsident in Chile festgenommen

Lima betreibt Auslieferung des schwerer Menschenrechtsvergehen angeklagten Fujimori

  • Von Gerhard Dilger, Porto Alegre
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.

Perus Ex-Präsident Alberto Fujimori ist nach seiner überraschenden Landung in der chilenischen Hauptstadt Santiago verhaftet worden.

»Das Lächeln ist ihm vergangen, jubelte die Online-Ausgabe der Tageszeitung »El Comercio« in Lima, als sie mitten in der Nacht zum Montag die Festnahme des peruanischen Exspräsidenten meldete. Stunden vorher hatte Peru bei der chilenischen Regierung die Verhaftung des wegen schwerer Menschenrechtsvergehen angeklagten 67-Jährigen beantragt. Chiles Außenminister Ignacio Walker sagte, eine Ausweisung Fujimoris durch die Regierung komme nicht in Frage. Nach der »präventiven Verhaftung« des Politikers werde der Oberste Gerichtshof über eine etwaige Auslieferung befinden. Peru kündigte an, einen auf Korruption spezialisierten Staatsanwalt ins Nachbarland zu schicken, um das Auslieferungsverfahren einzuleiten. Nach seiner überraschenden Landung mit einem Privatjet hatte sich Fujimori in ein Luxushotel begeben und erklärt, viele Peruaner wünschten seine Kandidatur bei der Präsidentenwahl im April 2006. Daraufhin forderten zahlreiche Politiker in Santiago und Lima seine Festnahme. Interpol Chile hatte zunächst erklärt, die internationalen Haftbefehle gegen Fujimori seien in Chile noch nicht gültig. Gegen den vor fünf Jahren nach Japan geflüchteten früheren Staatschef, der von 1990 bis 2000 im Amt war, sind noch 21 Verfahren anhängig, unter anderem wegen der Unterstützung von Todesschwadronen und Korruption. So wird Fujimori etwa für zwei Massaker an Zivilisten verantwortlich gemacht, bei denen insgesamt 25 Menschen getötet wurden. Zur Präsidentenwahl 2006 darf er nicht antreten, da er vom Parlament bis 2011 von allen öffentlichen Ämtern ausgeschlossen wurde. Nun könnten ihn bis zu zwei Monate Untersuchungshaft erwarten, hieß es aus chilenischen Justizkreisen.. Fujimoris Landung in Chile fällt mit einer Krise zwischen den beiden südamerikanischen Nachbarländern zusammen. Am Freitag hatte Perus Staatschef Alejandro Toledo ein Gesetz unterzeichnet, wonach Peru einen größeren Teil der fischreichen Gewässer des Pazifik beansprucht. Die chilenische Regierung hatte erwidert, dass sie das Gebiet nicht aufgeben werde. Japan, wo Fujimori bislang lebte, hatte eine Auslieferung unter Hinweis auf seine doppelte Staatsbürgerschaft stets zurückgewiesen. Peru bereitete eine Auslieferungsklage vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag vor. Wegen einer Korruptionsaffäre war der Politiker Ende 2000 in das Heimatland seiner Eltern geflohen und hatte ...

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