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Nachhaltigkeit im Fünfjahresplan

In China erwacht allmählich das Umweltbewusstsein

  • Von Markus Dufner
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Die Erneuerbare-Energien-Konferenz findet in einem Land mit gewaltigen Umweltproblemen statt. Die chinesische Führung will ihr Renommee verbessern.

Chinas Wirtschaft läuft weiter auf Hochtouren. Der Bauboom in den Städten hält an, das Verkehrssystem wird ausgebaut, und die Konsumlust der urbanen Mittelklasse ist ungebremst. Gleichzeitig werden die Grenzen des Wachstums sichtbar: Das Reich der Mitte kann seinen Energiehunger kaum noch stillen und hat mit gravierenden Umweltproblemen zu kämpfen. Die Regierung versucht, mit nachhaltiger Entwicklung und der Ausschöpfung aller Energiequellen gegenzusteuern. Der Westen sieht Chinas Wachstum mit gemischten Gefühlen. Einerseits profitiert die westliche Exportwirtschaft von der steigenden Nachfrage. Andererseits wird der Rohstoffverbrauch des Riesenreichs für den Preisanstieg von Öl und Stahl verantwortlich gemacht. Solche Vorwürfe seien aber unberechtigt, meint Dr. Chen Ying vom Pekinger Forschungszentrum für Nachhaltige Entwicklung. Die Wissenschaftlerin, die sich anlässlich einer Konferenz der Heinrich-Böll-Stiftung und des Forums Umwelt & Entwicklung in Deutschland aufhält, plädiert für das Recht ihres Landes, seine »grundlegenden Bedürfnisse zu decken«. Die Industrialisierung sei ein Prozess, den das Schwellenland China nicht auslassen könne. Die Lösung für den wachsenden Energie- und Rohstoffbedarf Chinas lautet Diversifizierung und Einsparung. »Es ist notwendig, die Entwicklung in allen Bereichen voranzutreiben«, erklärt Chen Ying. »Wir müssen mehr Kohle und mehr Wasserkraft produzieren, da wir uns nicht ausschließlich auf Öl-Einfuhren verlassen können. Ich bin mir sicher, dass der Bereich der Erneuerbaren Energien schneller wachsen könnte. Aber definitiv brauchen wir auch neue Atomkraftwerke.« Für das beginnende Umdenken in Richtung nachhaltige Entwicklung steht in China das Schlagwort »ressourcen-effiziente Gesellschaft«. »Man kann es ständig in den Zeitungen lesen, Experten sprechen darüber, es werden Seminare dazu veranstaltet«, berichtet Chen Ying. Bei der Vorstellung des 11. Fünf-Jahresplans habe Premierminister Wen Jiabao den Schwerpunkt auf das Thema Nachhaltigkeit gelegt. Künftig soll das Wirtschaftswachstum »grüner« ausfallen. Bis 2010 will man den Energieeinsatz, gemessen an der Wirtschaftsleistung, um 20 Prozent effektiver gestalten. Zum neuen Umwelt-Renommee soll auch die Pekinger Konferenz über Erneuerbaren Energien (Birec 2005) beitragen, die von der Bundesregierung, der EU-Kommission und den Vereinten Nationen unterstützt wird. Auch sonst gibt es Hilfe aus dem Ausland. Das Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien, das sich am deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetz orientiert, wurde von der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission ausgearbeitet, die wiederum von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit in Eschborn beraten wird. Frank Haugwitz, Experte für erneuerbare Energien bei der deutschen Entwicklungshilfeorganisation, sieht schon seit längerem deutliche Anzeichen, dass sich ausländische Unternehmen vor allem in den Bereichen Windenergie und Photovoltaik z...

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