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Relativieren, bestreiten, verharmlosen

  • Von Tom Strohschneider
  • Lesedauer: ca. 1.0 Min.
Die Leugnung des Holocaust ist so alt wie das an den Juden begangene Verbrechen selbst. Erst sollte der industrielle Mord an den Juden hinter bürokratischen Sprachregelungen verschwinden (Sonderbehandlung), später versuchten sich viele Deutsche herauszureden, sie hätten nichts gewusst. Schon bald nach Kriegsende 1945 entstanden die ersten Schriften, in denen die Shoah mit scheinbar wissenschaftlichen Methoden bestritten wurde. Einer der ersten war der Franzose Paul Rassinier. Obgleich ehemaliges Mitglied der Kommunistischen Partei und später einer Résistance-Gruppe, versuchte Rassinier zu »beweisen«, dass die Millionen Opfer »nur eine schändliche Erfindung des allmächtigen Weltjudentums« gewesen seien. Rassinier stand nicht allein. Bis heute ist die Liste solcher als revisionistisch bezeichneten Veröffentlichungen immer länger geworden. Zu den bekanntesten Holocaust-Leugnern gehören neben Ernst Zündel die Engländer Robert Faurisson und David Irving und die Deutschen Thies Christophersen, Wilhelm Stäglich, Arthur Butz und Germar Rudolf. Entweder wird in deren Publikationen der Holocaust ganz in Abrede gestellt, oder aber es werden doch zumindest die Existenz von Gaskammern bzw. ihre tödliche Funktionsweise bestritten. Das Vertuschen eigener Schuld stand dabei nie an erster Stelle - dazu waren die Autoren in aller Regel zu jung. Meist zielt die Leugnung des Holocausts darauf ab, dessen Einzigartigkeit zu relativieren, eine angeblich verhängte Kollektivschuld abzuweisen und den deutschen Nationalismus von den »Fesseln historischer Verantwortung« zu befreien. Die zentrale Idee, die hinter der Leugnung des Holocaust steckt, bleibt aber der antisemitische Verschwörungswahn: Die einflussreichen Juden, so die angesichts der vielen Toten erbärmliche Logik, hätten den...

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