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Ein Match kann man nicht simulieren

Der kanadische Eishockeyprofi Daniel Brière über den NHL-Tarifstreit und sein Berlin-Engagement

Auch die Berliner Eisbären profitierten vom »Lockout«, dem Tarifstreit in der nordamerikanischen Eishockeyliga NHL, die derzeit pausiert. In Berlin spielt seit Wochen Daniel Brière von den Philadelphia Flyers und begeistert als Torjäger und traumhaft sicherer Passgeber. »nd« sprach mit dem 35-jährigen NHL-Profi.

nd: Bei einigen DEL-Vereinen spielen mehrere NHL-Stars. In Berlin sind Sie derzeit der einzige. Warum spielen Sie denn ausgerechnet in Berlin?
Brière: Die Eisbären sind auch in der NHL ein Begriff und haben einen guten Ruf. Beim Lockout 2004/2005 habe ich in Bern gespielt. Dort wurde ich gut behandelt. Berlin ist aber die Krönung - nicht nur wegen der riesigen Stadt. Die Organisation der Eisbären ist Spitze, die Spieler sind unheimlich okay und die Fans sogar unglaublich. So etwas wie bei den Eisbären erlebt man auch als Profi nicht alle Tage.

Wann glauben Sie, wird in der NHL wieder gespielt?
Ich verfolge die Entwicklung über das Internet. Mal denke ich, jetzt sind sich alle einig. Dann fällt ein falsches Wort und alles fängt wieder von vorne an. In meinem Herzen denke ich, dass Eishockey in Kanada und den USA so wichtig ist, dass man vielleicht noch eine verkürzte Saison hinbekommt.

Berlins Co-Trainer Hartmut Nickel ist davon überzeugt, dass die NHL-Profis den richtigen Weg gehen, wenn sie in Europa spielen. Sehen Sie das auch so?
Ja. Die Kollegen zu Hause mieten sich Eisflächen, um sich fit zu halten. Wirklich hart arbeiten die Jungs aber nicht. Training ist kein Match. Im Match bist du gezwungen zu kämpfen und schnell zu reagieren. Solche Situationen kann man nicht simulieren.

Wie schätzen Sie die Spielstärke der DEL ein?
Sie ist hoch. Hier wird hart und ein ähnliches System wie in der NHL gespielt. Das liegt natürlich auch daran, dass eine ganze Reihe nordamerikanischer Trainer in Deutschland arbeiten. Außerdem sind hier zahlreiche amerikanische Spieler unter Vertrag. Einige kenne ich noch aus der Jugendzeit wie zum Beispiel Mark Katic. In der Jugend waren wir Konkurrenten. Jetzt spielen wir hier bei den Eisbären in einer Mannschaft. Ich hoffe auch, dass wir NHL-Profis der DEL einen Schub geben. Ich habe zum Beispiel beobachtet, dass München mit Paul Stastny und Blake Wheeler an Spielstärke gewonnen hat.

Wer ist Ihnen bei den Eisbären besonders aufgefallen?
Hier spielen eine ganze Reihe guter Spieler wie Constantin Braun. Am besten kann ich André Rankel einschätzen. Ich stehe mit ihm zusammen in einer Sturmreihe. Er ist stark. Es macht Spaß, mit ihm zu spielen.

Gespräch: Manfred Hönel

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