Die Stunde der Kunst

»Ring«-Einspielung

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Loriot wusste es, als er über das Personal des »Ring des Nibelungen« sprach: »eigentlich« seien es ganz nette Leute. Das Problem dieses »eigentlich« ist die Verschuldung. Denn Göttervater Wotan hat sich auf ein nicht seriös zu finanzierendes Bauprojekt eingelassen, das ihm seine Ehefrau Fricka eingebrockt hat, die ihn an seinem - auch erotischen - Umherschweifen hindern will. Die Götterburg Walhall ist Wotans Großflughafen, sein politischer K.O.-Schlag. Durch ihn wird er, der Herr der Verträge, schrittweise seine Macht einbüßen: »Den Verträgen bin ich nun Knecht!«

Zudem hat die Herrenrunde um Wotan den »Bauunternehmern«, den Riesen Fasolt und Fafner, Frickas Schwester Freia verpfändet, in der Hoffnung, noch irgendwie die Kurve zu kriegen. Aber dann ist Walhall fertig und der Kaufpreis fällig. Die Riesen holen sich Freia. Aber die war immerhin für die ewige Jugend der Götterfamilie zuständig, nicht unwichtig also, wie Wotan erst im ...


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