»Designerwaffen« aus dem Labor

Brisante Forschungen erhöhen Gefahr durch biologische Kampfstoffe

  • Von Wolfgang Kötter
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Im Genfer »Palais des Nations« begann am Montag die Jahreskonferenz zur Konvention über das Verbot biologischer Waffen. Unter Vorsitz von Idriss Jazaïry aus Algerien beraten die Vertreter der 165 Mitgliedstaaten darüber, wie ein Missbrauch von biologischen Stoffen und Toxinen auch künftig verhindert werden kann.

Die enormen Fortschritte der Wissenschaft machen biologische Kampfstoffe militärisch, aber auch als Terrorwaffe attraktiv. Die bedrohlichen Potenziale von Biowaffen wurden vor allem durch Erkenntnisse der Molekular- und Zellgenetik und der Synthetischen Biologie dramatisch erweitert. Besonders mit Letzterer können künstliche biologische Systeme, sogenannte Designerwaffen, erzeugt werden, darunter auch pathogene Viren. Welches Gefahrenpotenzial die Synthetische Biologie bereits heute besitzt, wurde in den letzten Jahren an mehreren Beispielen deutlich.

Schon 2002 entwickelte der Virologe Eckard Wimmer im Labor aus Gensequenzen, die er per Post bestellt hatte, das Polio-Virus, den Erreger der Kinderlähmung. 2005 erweckten Forscher im US Armed Forces Institute of Pathology in Washington das Influenza-Virus der »Spanischen Grippe« wieder zum Leben, mit dem 1918 bis 1920 ein Drittel der Erdbevölkerung infiziert wurde; mehrere Dutzend ...


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