Das Zwischenland

Nobelpreisträger Mo Yan, die Literatur und das öffentliche Engagement

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Der Chinese Mo Yan empfing am Montag die Weihe des Literaturnobelpreisträgers. Ein brisante Paradoxie rankt sich um den Erkorenen. Denn wie kaum eine Ehrung der letzten Jahre spaltete diese jüngste Preisvergabe die kommentierenden Parteien. Betonten die einen, es handele sich hier um einen literarischen, keinen Menschenrechtspreis, so betonten andere just diese Untrennbarkeit vom Werk der Worte und den Worten, die ein Werk zu begleiten, zu beglaubigen haben. Herta Müller, selbst Nobelpreisträgerin, nennt Mo Yans Nominierung ausdauernd kompromisslos »eine Katastrophe« - Martin Walser dagegen sprach schon unmittelbar nach der Entscheidung des Stockholmer Komitees, von einer »weisen Wahl, die keinen Besseren hätte treffen können«.

Politisch motivierte Aufgewühltheit kontra literarisch begründete Verneigung. Ethische Entrüstung traf auf kunstbewusste Begeisterung. Walser spricht über Literatur, Müller über staatsbürgerliche Verantwortu...


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