Klaus Bellin 18.12.2012 / Kultur

Maßstab Null

Hans Werner Richter, Gruppe 47: Ein Tagebuch, eine Besichtigung

Im Herbst 1966 ließ sich die Krise nicht mehr leugnen. Das große Werk war in Gefahr. Hans Werner Richter hatte Romane und Erzählungen geschrieben, Bücher, die durchaus erfolgreich waren, die Schöpfung aber, die seinem Namen einen Platz in der deutschen Literatur sichern würde, war eine legendäre Vereinigung von Schriftstellern, die keine Mitglieder hatte und keine Satzung und die auch nur einmal im Jahr zusammenfand: die Gruppe 47. Nach beinahe zwanzig Jahren taumelte sie ihrem Ende entgegen. Richter, der Chef, verständnislos und genervt, entschloss sich zur Verteidigung und eröffnete am 29. September 1966 ein Tagebuch, das, zufällig entdeckt, nun bei C. H. Beck erschienen ist. »Eine Sache wie die Gruppe 47«, notierte er gleich am 1. Oktober kurz und bündig, »ist nicht zu verteidigen. Sie ist.«

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