René Heilig 21.12.2012 / Inland

Kaffeeplausch mit Neonazis

CDU-Mann aus Anklam verteidigt NPD-Abgeordnetenkollegen - mit Hinweis auf verfolgte Juden

Marco Schulz, CDU-Mitglied im Kreistag von Vorpommern-Greifswald und Stadtvertreter in Anklam, »möchte nicht, dass Menschen in unserer demokratischen Gesellschaft wegen ihrer Anschauung vorverurteilt werden«. Deshalb schützt er NPD-Kollegen - mit dem Hinweis auf die Verfolgung der Juden in Dritten Reich.

Anklam hat - wie viele andere Städte und Gemeinden auch - ein gewaltiges, oft auch ein gewalttätiges Naziproblem. Nun kommt noch eines mit der CDU hinzu. Am Rande einer Stadtvertreterversammlung in Anklam setzten sich Vertreter der CDU mit zwei NPD-lern an einen Tisch. Man trank Kaffee. Einer der beiden Rechtsaußen-Politiker heißt Michael Andrejewski. Der »Volljurist mit Befähigung zum Richteramt« (NPD-Text) hatte noch als Hamburger Student ein Flugblatt verfasst, das in 100 000er Auflage verteilt wurde und »Widerstand gegen die Ausländerflut« forderte. Das geschah 1992 ausgerechnet im Vorfeld des Lichtenhagener Pogroms.

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