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Milliarden für Windkraft

Australien investiert mit teils rekordverdächtigen Projekten in Energiewende

Auf dem fünften Kontinent werden bis zum Jahr 2020 voraussichtlich weitere 18 Milliarden Australische Dollar (rund 14 Milliarden Euro) in neue Windparks investiert. Dies zumindest besagen Hochrechnungen.

Bislang liegen South Australia und Victoria bei der Windkraftnutzung deutlich vor allen anderen Bundesstaaten und Territorien Australiens. Nun schickt sich New South Wales (NSW) an der mittleren Ostküste an, allen anderen die Show zu stehlen. Zu den derzeit neun bestehenden Windparks in dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat dürften sich 30 zusätzliche gesellen, die sich zumindest in der Planungsphase befinden. Damit würde sich die Gesamtleistung aus Windkraft im Jahre 2020 auf geschätzte 4100 Megawatt belaufen. Rund sieben Milliarden Dollar dürften in dem Bundesstaat investiert werden.

Die Branche wächst, auch wenn manche Regelungen inzwischen verschärft worden sind. So hat die Regionalregierung von Victoria festgeschrieben, dass neue Anlagen einen Mindestabstand von zwei Kilometern zur nächstgelegenen Wohnbebauung einzuhalten haben. Über eine ähnliche Regelung wird derzeit auch von der Regierung von NSW beraten. Ganz so strikt wie in Victoria wird man es wohl nicht angehen: Die Abstandsregel dürfte eher als Leitlinie gelten, um die lokale Bevölkerung noch stärker in die Standortsuche einzubinden.

Der Widerstand ist ohnehin gering. Landesweit drehen sich immer mehr Windräder, die Turbinen am Horizont werden auch in den Weiten Australiens zum gewohnten Bild. Verhalten ist die Bautätigkeit im Norden und Westen, während der Südosten besonders viel Potenzial aufweist und Investoren lockt. Rekordverdächtig ist ein Windpark auf Tasmanien, der in der Frühphase der Planungen steckt, ab 2017 gebaut und 2019 vollständig ans Netz gehen soll. 200 Turbinen mit einer Gesamtleistung von 600 Megawatt würden sich dann dort drehen - nicht nur der größte Windparks Australiens, sondern nach bisheriger Rechnung auch der südlichen Hemisphäre. Noch hält die Macarthur-Wind-Farm 270 Kilometer westlich von Melbourne diesen Spitzenplatz: Ab Frühjahr 2013 laufen dort 140 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 420 Megawatt.

Übrigens investieren Wirtschaft und Regierung nicht nur in die Windkraftnutzung. Gerade erst hat die staatliche Agentur für regenerative Energien bekannt gegeben, aus einem 2,2 Milliarden Dollar umfassenden Fonds 83 Millionen an Förderung für bilaterale Forschungsprojekte zur Photovoltaik auszugeben, die australische Institute gemeinsam mit US-Einrichtungen auf den Weg gebracht haben. Die Kooperation der beiden Länder bei der Suche nach wissenschaftlich-technischen Neuerungen auf dem Solarsektor läuft mittlerweile seit 2010. Gegenwärtig wird überprüft, ob die offiziellen Zielstellungen der Energiewende bis 2020 womöglich noch ausgeweitet werden.

Windpark im Süden Australiens

Foto: AFP/William West

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