Monti geht, denkt aber an Rückkehr

In Italien hat der Wahlkampf bereits begonnen

  • Von Wolf H. Wagner, Florenz
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Am Freitagabend hatte Italiens Regierungschef Mario Monti seinen Rücktritt erklärt und damit Neuwahlen ausgelöst. Am Sonntag deutete Monti an, dass er durchaus für eine neue Amtszeit bereit wäre. Er wolle sich nicht vor der Verantwortung drücken, sagte der parteilose Politiker. Italiens Gewerkschaften drohen schwere Zeiten.

Halb zog sie ihn, halb sank er hin - die italienische Politik wirbt um Mario Monti. Doch in seiner Jahrespressekonferenz am Sonntag wollte sich der gerade zurückgetretene Ministerpräsident nicht festlegen, ob und mit welcher Koalition er zu den Neuwahlen am 24. und 25. Februar antreten werde. Er »ergreife niemandes Partei«, könne sich aber eine Kandidatur vorstellen - innerhalb einer politischen Gruppierung, die seine Intentionen, die sogenannte Agenda Monti, verfolge.

Er werde sich nicht vor politischer Verantwortung drücken, sagte der Wirtschaftsprofessor aus Mailand, sei es in seiner Position als Senator auf Lebenszeit - der bei den Wahlen nicht direkt kandidieren darf - oder auch als Chef einer weiteren Regierung. Welcher Couleur diese sein sollte, ließ Monti offen. Sein Programm sei die seit einem Jahr strikt verfolgte Sanierungspolitik, die es den Italienern erlaube, heute »wieder Bürger der EU mit erhobenem Haupte zu sein«.

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