Der »kaputte Typ«

Zum Tode J. Seyppels

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Oft gewisse Personen beleidigt, kränkbar schöne Frauen, zu viele Mädchen betrogen, die allerunschuldigsten Irrtümer zu spät eingesehen, nie eine grade Linie verfolgt, geschwankt, gezögert, umgefallen, zu spät begriffen.« Schreibt er in seiner letzten literarischen Marginalien, die im November 2011 im »nd« erschien. Da war er schon der tapfer aktive Greis, der sich nun - so schien es - sogar in jener Heimatlosigkeit, die sein Leben geworden war, zu verlaufen begann.

Joachim Seyppel, 1919 in Berlin geboren, rieb sich mit Lust an dem, was Grenzen zu Grenzen werden ließ, das scheinbar Unüberwindliche; er suchte das Dahinter, aber seine maßgebliche Erfahrung blieb Unbehaustheit - hervorgebracht von einem störrischen Eigensinn, dem jede Geduld der Gewöhnung auf Dauer misslang. Über zehn Jahre USA (»Columbus, Bluejeans oder Das Reich der falschen Bilder«), mehrere Jahre Westberlin, dann, ab 1963, sechs Jahre DDR. Der Plattenbau, 14. Etag...


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