Werbung

CCC macht digitale Kriegsführung zum Schwerpunkt 2013

Aufruf an Software-Entwickler und Ingenieure, sich militärischer Nutzung ihrer Fähigkeiten zu widersetzen

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Hamburg (dpa/nd). Der Chaos Computer Club (CCC) hat Software-Entwickler und Ingenieure dazu aufgerufen, sich einer militärischen Nutzung ihrer Fähigkeiten zu widersetzen. Die Verwendung digitaler Technik für kriegerische Zwecke werde im kommenden Jahr ein zentrales Thema der Hacker sein, kündigte CCC-Sprecher Frank Rieger am Samstag auf dem Kongress des Vereins in Hamburg an. Besonders besorgniserregend sei der Trend zu autonomen militärischen Systemen - hier sei 2013 eine lebhafte Diskussion über eine Drohnen-Bewaffnung der Bundeswehr zu erwarten.

Zu dem bis Sonntag dauernden Chaos Communication Congress kamen nach Angaben der Veranstalter rund 6000 Teilnehmer. Das Motto "Not my department" (Nicht mein Fachgebiet) kritisierte die Neigung von Technikern, sich nicht um Verantwortung und Konsequenzen ihres Handelns zu kümmern. Auch der Raketeningenieur Wernher von Braun sei ein großes Talent gewesen, habe seine Fähigkeiten aber in den Dienst militärischer Interessen gestellt, sagte Rieger. "Wir sagen: Arbeitet nicht für diese Leute, überlegt Euch, für wen Ihr Eure Fähigkeiten einsetzt", fügte Rieger hinzu.

Wegen der fehlenden Markierung von Drohnen entstehe künftig eine Situation, dass gar nicht mehr der Urheber eines Angriffs erkennbar sei, erklärte Rieger. Hier müsse es dringend ein internationales Abkommen geben. Der CCC beschäftigt sich ebenfalls mit Drohnentechnik: Auf dem Kongress zeigten Freiburger Mitglieder selbst entwickelte Quadcopter, die Umweltradioaktivität messen können. "Wir sehen uns selbst an, wie diese Drohnen funktionieren und welches Überwachungspotenzial da drin steckt", sagte Rieger.

In einem Rückblick auf das Jahr bekräftigte der CCC die Ablehnung von staatlicher Überwachungssoftware unter dem Schlagwort "Staatstrojaner", Vorratsdatenspeicherung und Abmahnungen bei Verstößen gegen das Urheberrecht. "Wir sind eine unabhängige Instanz", sagte Rieger zum Selbstverständnis des Vereins. "Wir sind dafür da, eine unabhängige Expertise zu bringen, die von niemandes Interesse geleitet ist."

Im Unterschied zu den USA, wo der Begriff des Hackers in der öffentlichen Wahrnehmung eng mit dem kriminellen Untergrund verbunden ist, wird das Hacken in Europa eher als kreativer Umgang mit Technik betrachtet, deren Möglichkeiten bis über ihre Grenzen hinaus ausgelotet werden.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!